Kinofilm

Ooops! Die Arche ist weg ...

Die Geschichte von Noahs Arche und der wundersamen Rettung der Tiere dient als Aufhänger für eine eher bunte als überzeugende Story. Fantasietiere und mit Fantasie animierte Tiere laden zu stark vereinfachtem Kinderkino ein. Doch ist bunt immer auch lustig? Und ein bekanntes Thema ein sicheres Thema? Wir haben den Film gesehen und eine Meinung.

Die Geschichte ist überliefert. Bevor die Sintflut auf die Erde niederging, baute Noah mit seiner Familie eine Arche und die Menschen retteten von jeder Tierart ein Paar. Der Trickfilm "Ooops die Arche ist weg" will eine der Geschichten erzählen, die vergessen wurden. Dazu führt er zunächst die Tierart der Nestrier ein. Papa Dave (Stimme: Christian Ulmen) und seinen Sohn Finny (Stimme: Daniel Kirchberger). Diese eigenartige Tierart ist bunt und ihr besonderes Talent liegt im Bau von gemütlichen Nestern.
Das ziemliche Gegenteil der geselligen, friedlichen Nestrier sind die Grymps (Stimmen Katja Riemann und Maximiliane Häcke). Die Fleischfresser sind klassische Einzelgänger und stehen auf der Liste der Tiere, die in die Arche dürfen. Die Nestrier hingegen fehlen und müssen sich an Bord schmuggeln. Doch kaum ist das geschafft, erkunden die Kinder die Arche und verpassen durch ihre Neugierde das Ablegen des Schiffes. Nun müssen sie zusehen wieder an Bord zu gelangen, während die Eltern alles daran setzten, den Kapitän zur Umkehr zu bewegen.

Kritik

Der Kinofilm "Ooops die Arche ist weg" ist bunt und auf kleine Kinder zugeschnitten. Was ihm zum großen Wurf fehlt sind eine liebevolle Handlung, Humor und Charme.

Die Geschichte setzt auf zwei Handlungsstränge, die dasselbe Thema beackern. An Land lernen die Kinder, dass sie nur durch Zusammenhalt überleben können. Dazu müssen sie die Eigenarten ihres Gegenübers akzeptieren. An Bord der Arche lernen die Erwachsenen Ähnliches unter anderen Umständen und bei anderen Widrigkeiten.
Für Verständnis und Freundschaft zu plädieren ist zu begrüßen, doch die erzählte Geschichte empfinde ich als für Kinder zu schroff, weil sie zwei Tierkinder in den Überlebenskampf schickt. Es gibt wahrlich schönere Themen für einen Kinderfilm als zwei Tierkinder vor ansteigenden Wassermassen fliehen zu lassen, derweil sie zusätzlich von zwei Fressfeinden aus der Luft attackiert werden. Noch unpassender finde ich die Idee, dass einige Tierarten nicht auf der Rettungsliste stehen und zum Ertrinken verurteilt sind, oder wegen schlechten Benehmens nicht an Bord gehen dürfen. Was hat die Todesstrafe in einem Kinderfilm zu suchen?

Handwerklich ist der Animationsfilm nichts Besonderes. Die bunte Animation mag Kinder ansprechen, für Erwachsene ist sie jedoch zu simpel. Die Tiere sind nicht möglichst naturgetreu dargestellt, sondern charakterlich wie vom Gebaren her eindimensional. Die Sprecher klingen lieblos. Wobei Katja Riemann nicht nur überpräsent ist, sondern auch durch ihre schlechte Leistung auffällt.

Die Zielgruppe ist im Ansatz klar definiert und in der Umsetzung nicht. Die Erzählung zielt auf kleine Kinder ab, die Dinge noch nicht hinterfragen. Das rechtfertigt das Fehlen von Erklärungen. So frage ich mich, weshalb von den Nestriern und den Grymps zwei Exemplare desselben Geschlechts gerettet werden? Und von welchem Futter sollen die Tiere während der Schifffahrt leben? Im Gegensatz dazu spricht der Humor teils nur Erwachsene an. So etwa die lange (unwitzige) Prozedur des Eincheckens. Und die Einlage als PC-Spiel. Diese Einstreuungen machen aus "Ooops die Arche ist weg" allerdings keinen Familienfilm, denn für Erwachsene bietet die anspruchsarme Handlung zu wenig Angriffsfläche. Das Erklimmen des Berggipfels etwa wird nicht nur für Tiere, sondern auch für Erwachsene zur Geduldsprobe.

Fazit
"Ooops die Arche ist weg" ist ein Kinderfilm mit deutlichen Schwächen. Für kleine Kinder mag er akzeptabel sein. Die gesehene 3D-Fassung bereichert ihn nicht.
Filmkritik / Meinung: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Deutschland / Irland / Belgien / Luxemburg 2015

Laufzeit in Minuten ca.: 86

Kinostart / Filmstart: 30.07.2015

Regie: Toby Genkel, Sean McCormack

Drehbuch: Mark B. Hodkinson, Richard Conroy, Toby Genkel

Schauspieler (Besetzung): -

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