Kinofilm

X-Men 2 - Kritik

Der Kinofilm "X-Men 2" setzt die begonnene Story fort: "Mutanten sind das nächste Glied der Evolutionskette. Jeder von ihnen kam mit einer einzigartigen genetischen Mutation auf die Welt, jeder mit einer anderen außergewöhnlichen Fähigkeit". Viel mehr Erklärungen zu dem was bisher geschah gibt es nicht - und braucht es nicht.

Es beginnt mit einem großen Knall. Ein Mutant verübt einen Anschlag auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Dies ist die Gelegenheit für William Stryker, Militär-Wissenschaftler und Mutanten-Hasser. Sein eigener Sohn ist ein Mutant, aber für Stryker nur noch ein Forschungs-Objekt, denn er gibt seinem Sohn die Schuld am Selbstmord seiner Frau. Das Attentat auf den Präsidenten bringt mehrere Steine ins Rollen. Endlich soll das Gesetz in Kraft treten nach dem alle Mutanten sich zwangsregistrieren müssen und William Stryker hat freie Bahn. Zunächst wird die Schule für Begabte, die nur Mutanten aufnimmt und unterrichtet, von Polizisten angegriffen; allen voran, der finstere William Stryker. Der Leiter der Schule, einige Lehrer und Schüler sind abwesend und entkommen dem Anschlag, doch auch die meisten Kinder retten sich durch einen geheimen Fluchttunnel. Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) ist Leiter der Schule und der mächtigste Telepath auf der Welt. Mit Hilfe seines Computers kann der Professor telepathisch zu jedem Menschen auf der Welt Kontakt aufnehmen - und er könnte auf diesem Weg sogar töten.
Der Professor macht sich auf den Weg zu seinem Erzrivalen Magneto, einem bösen Mutanten, der seit dem Film-Ende des Vorgängers in einem Plastikgefängnis gefangen gehalten wird. Der Besuch bei Magneto erweist sich für den Professor als eine Falle und er fällt dem fiesen William Stryker in die Hände, der nun die telepathischen Fähigkeiten des Professors nutzt um alle Mutanten der Welt aufzuspüren und zu töten. Neben dem hauptsächlichen Handlungsstrang verfolgt die Handlung weitere Geschichten wie Wolverines Suche nach seiner Erinnerung, zudem werden Kameradschaft, Liebe und Hass thematisiert. Das offene Ende ebnet den Weg für den nächsten Teil der Saga.

Filmkritik

Laut Presseheft, hatte sich Regisseur Bryan Singer viel vorgenommen. Entstanden ist aber nicht das beschriebene Projekt, sondern ein Action-Knaller auf Comic-Niveau. So wird eine der Grundproblematiken der Comicvorlage und im Kinofilm, die Andersartigkeit, nur gestreift. Die Handlung hält die aneinander gereihten Spezialeffekte und Actionszenen locker zusammen. Obwohl die Mutanten unter der Leitung des Professors sich ein friedliches Zusammenleben mit den Menschen wünschen, müssen sie sich diesen Weg erkämpfen. Wolverine darf dabei seine natürliche Aggression ausleben und seine Adamantium-Krallen in die Leiber der Gegner rammen.
Den guten Mutanten steht im Film der böse Mutant Magneto gegenüber. Und auch bei den Menschen gibt es die Guten und die Bösen. Der fiese Wissenschaftler William Stryker hat seine Zuflucht unter einem alten Damm gefunden und haust dort a la "James Bond". In diesen Gewölben experimentiert er mit Mutanten wie andere Menschen mit weißen Mäusen. Nicht nur seine Assistentin ist eine versklavte, willenlose Mutantin, die er selbst erschuf, auch Wolverine ist ein Produkt des Wissenschaftlers. Darüber hinaus ist er auch für das Attentat auf den Präsidenten verantwortlich.
Unterstützt wird die actionlastige Film-Handlung durch die schnelle Schnittfolge. Selbst kurze Szenen werden in kleine Teile zerhackt und / oder mit anderen Handlungssträngen gegengeschnitten. Die zum Teil sehr guten Darsteller wie Hale Berry und Patrick Stewart kämpfen im Kinofilm "X-Men 2" verzweifelt; manchmal scheint es, kämpfen sie auch verzweifelt gegen ein einfältiges Drehbuch, das die Schauspieler zu Stichwortgebern degradiert. Das Gesagte hat in der Regel auch nicht mehr Inhalt als eine Sprechblase im Comic. Im Fall von Patrick Stewart als Professor wird er über weite Strecken des Films in seinem Rollstuhl abgestellt und dient nur noch als Statist. Ähnlich ergeht es Kelly Hu, die im gesamten Film nur - jetzt muss ich nachdenken - einen oder sogar zwei Sätze sprechen darf.
Die Erzählung führt die Geschichten der Mutanten aus dem ersten Teil weiter und stellt gleichzeitig neue Mutanten vor. Die Vielzahl an Individuen geht allerdings eindeutig zu Lasten der Vertiefung von Rollen und somit bleiben alle Figuren im Film Abziehbilder. In dieser Hinsicht machte das Studio den Fehler zu viel Geld für die perfekten Spezialeffekte zu investieren und zu wenig Wert auf das Drehbuch zu legen. Die Fähigkeiten der Mutanten werden nahezu ausschließlich für Knall-Effekte genutzt. Nur selten kommt es zu lustigen Szenen, etwa wenn Wolverine einer Katze seine Krallen zeigt und die Katzen unbeirrt an den Krallen leckt. Weshalb gibt es im Film zwar Telepathen und Teleporter, Menschen die das Wetter beherrschen oder durch Wände gehen können, aber keinen Mutanten, der einfach nur übermäßig intelligent ist? Professor Charles Xavier ist zwar der mächtigste Telepath, aber eindeutig nicht der intelligenteste, denn er fällt auf eine sehr simple Falle herein. Kurz gesagt stehen die Löcher der Story hinsichtlich der Anzahl einem Schweizer Käse in nichts nach.
Angesichts der vielen Kritikpunkte darf nicht verschwiegen werden, dass die Spezial-Effekte zu den besten gehören, die man zurzeit im Kino sieht. Drehorte, Kostüme und Masken sind 1a. Letzten Endes hängt es von der Erwartung des Zuschauers ab. Wer eine actionlastige Comicverfilmung schätzt, wird bestens bedient.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

USA 2003

Laufzeit ca. 138 Min.

Kinostart / Filmstart: 01.05.2003

Regie: Bryan Singer

Drehbuch: Michael Dougherty, Dan Harris

Schauspieler (Besetzung): Patrick Stewart (Professor Charles Xavier), Hugh Jackman (Logan, Wolverine), Ian McKellen (Eric Lensherr, Magneto), Halle Berry (Storm), Famke Janssen (Jean Grey), James Marsden (Scott Summers, Cyclops), Rebecca Romijn-Stamos (Mystique), Brian Cox (William Stryker), Alan Cumming (Kurt Wagner, Nightcrawler), Bruce Davison (Senator Kelly), Anna Paquin (Rogue), Kelly Hu (Yuriko Oyama), Aaron Stanford (John Allerdyce, Pyro), Katie Stuart (Kitty Pryde), Michael Reid MacKay (Jason 143), Keely Purvis (Kleines Mädchen 143), Shawn Ashmore (Bobby Drake, Iceman), Kea Wong (Jubilee), Daniel Cudmore (Colossus), Connor Widdows (Jones), Bryce Hodgson (Artie), Shauna Kain (Siryn), Cotter Smith (Präsident McKenna), Alfred E. Humphreys (Steven Drake), Jill Teed (Madeline Drake), James Kirk (Ronnie Drake), Ty Olsson (Mitchell Laurio)

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