Kinofilm

45 Minuten bis Ramallah

Komödie: Den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern mal durch den Kakao zu ziehen ist eine schöne Idee. Dazu gehen zwei ungleiche Brüder auf die Reise, um dem verstorbenen Vater seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Das gibt Raum für ein Roadmovie und viele Begegnungen mit schrulligen Figuren.

Da haben wir den Salat: Während der Hochzeit des Bruders Jamal (Navid Akhavan) erleidet der Vater einen Herzinfarkt und ist tot. Dumm nur, dass sein letzter Wunsch darin bestand, in Ramallah beerdigt zu werden. Kein Problem findet die Witwe, denn der Ort ist ja nur 45 Minuten Fahrzeit entfernt. Doch ein Problem meint Rafik (Karim Saleh), denn Ramallah liegt auf dem Gebiet der Palästinenser und der Vater ist auf israelischem Grund gestorben. Doch alles zaudern hilft nichts, die Brüder sollen den Leichnam des Vaters über die Grenze schmuggeln.
Es folgt eine Mischung aus Roadmovie und Bruderzwist. Während Jamal stetig jammert, hat Rafik ein Blick fürs Praktische und für die Frauen. Ihm ist es zu verdanken, dass sie auf Olga (Julie Engelbrecht) hereinfallen. Das russische Flittchen ist darauf spezialisiert tölpelhafte Männer reinzulegen und sie auszunehmen. Und so stehen die Brüder plötzlich ohne Auto, ohne Leiche und ohne Papiere da. Dass sie von der israelischen Polizei verdächtigt werden, das jüngste Bombenattentat verübt zu haben, ist noch eines der kleineren Probleme, die sie nun lösen müssen.

Kritik

"45 Minuten bis Ramallah" beginnt temporeich und schafft es, Tempo bis zum Ende zu halten. Der Humor ist böse, absurd und leider durchgängig schwankend. Im geglückten Fall stimmen der Zeitpunkt und der Witz. Doch überwiegend ist die Komik zu sehr auf lustig getrimmt, um lustig zu sein. Gerne wird dem Affen Zucker gegeben - also eine Szene nochmals überhöht. Zudem misslingt der Versuch Komik herbeizureden. Da wird nicht einmal auf den schalen Witz verzichtet, dass jemand eine schlechte Handyverbindung vortäuscht und dazu Störgeräusche mit dem Mund macht.
Je länger der Film andauert, desto mehr ufert die Erzählung von der Reise der ungleichen Brüder aus und wird auch zu einer Suche nach dem Witz. Auf diese Weise verpuffen selbst schöne Ideen, wie die Verballhornung einer Gruppe von Freiheitskämpfern. Die zwei Hauptdarsteller könnten grundsätzlich sympathisch sein - bleiben jedoch so blasse Figuren, dass es ihnen nicht gelingt, mich für sie einzunehmen.

Fazit
Krampfhaft lustig.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Deutschland 2013

Laufzeit in Minuten ca.: 90

Kinostart / Filmstart: 05.12.2013

Regie: Ali Samadi Ahadi

Drehbuch: Gabriel Bornstein, Karl-Dietmar Möller-Naß

Schauspieler (Besetzung): Karim Saleh, Navid Akhavan, Julie Engelbrecht

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