Kinofilm

Voll abgezockt

Identity Thief

Das kann ja heiter werden: Biedermann trifft Verbrecherin in einem Drehbuch alter Schule: Sie klaut seine Identität und er macht ihr die Hölle heiß. Doch so spaßig, wie die Sache klingt, ist die Ausführung dann leider doch nicht.

Sandy Bigelow Patterson (Jason Bateman) ist ein grundehrlicher Mensch. Keiner, der mal eben Geld mit vollen Händen ausgibt und einen exessiven Lebensstil pflegt. Er ist ein aufrichtiger Ehemann und treu sorgender Vater. Allerdings auch keiner, der sich wehrt, wenn es angebracht ist. Sich zu wehren lernt Sandy ausgerechnet von Diana (Melissa McCarthy), die auf den ersten Blick das krasse Gegenteil von ihm ist. Die kleine, dicke Frau hat im Leben weder Halt noch kennt sie Grenzen. Wenn sie etwas braucht, dann nimmt sie es sich. Der Haken daran: Diana lebt auf Pump. Sie klaut Daten, fälscht Kreditkarten und kauft unter falschem Namen ein.
Als sie Sandys Kreditkartenkonto überzieht, bringt sie ihn damit an den Rand der Existenz. Und obwohl der Schwindel auffliegt, rechnet die Polizei mit einer Bearbeitungszeit des Falls von ungefähr 12 Monaten. Also beschließt Sandy auf eigene Faust zu ermitteln. Das Zusammentreffen des Biedermannes und der mit allen Wassern gewaschenen Verbrecherin verläuft turbulent. Doch mit etwas sanftem Druck willigt Diana ein, Licht ins Dunkel zu bringen. Deshalb gehen die zwei ungleichen Typen auf große Fahrt. Verfolgt von einem Kopfgeldjäger und zwei Profikillern, die Diana ans Leder wollen.

Kritik

Das Rezept für "Voll abgezockt" ist bewährt. Zwei Menschen, die unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, erleben ein Roadmovie. Die Autofahrt gibt dem Kinofilm die Möglichkeit Vieles einzuflechten und sie sorgt für Tempo. So weit so gut.
Die Einführung der Figuren geschieht unlustig. Melissa McCarthy soll in der Rolle komisch sein, weil sie dick, wehrhaft und ein wenig vulgär ist. Sie trägt eine Frisur wie eine Vogelscheuche und die wahrscheinlich hässlichsten Blusen dieser Welt. Doch weder das struppige Äußere noch ihr stacheliger Charakter sind filmfüllend. Und auch das Aufeinandertreffen mit dem Biedermann, gespielt von Jason Bateman, sorgt nicht für Komik. Das bewährte Rezept, laut dem Gegensätze für Reibung sorgen, zündet nicht, denn er stellt sich zwar doof an - doch sein Auftreten ist nicht überzogen genug, um lustig zu werden. Vielmehr folgen Luftnummern, in denen es dem Drehbuch kaum gelingt Witz in die Sache zu bringen. Etwa die peinliche Sexszene, das Abenteuer am Lagerfeuer und die überflüssige Läuterung der Bösen. Alles in allem bleibt es bei einer Aneinanderreihung mehr oder minder lustiger Momente, deren Mechanismen nicht stimmig ineinandergreifen. Wenn sie das erste Mal Witze auf seine Kosten macht, dann geht das in Ordnung. Doch die Wiederholung lässt die Idee schal erscheinen.

Um noch eine Stufe tiefer zu schauen: Für mich ist bereits der Unterbau des Films nicht geglückt. Ich kaufe ihm die Motivation auf die Reise zu gehen nicht ab, weil der Hintergrund mit der Firmenneugründung und dem möglichen Rausschmiss mir zu aufgesetzt erscheinen. Dann kann ich nicht nachvollziehen, warum diese zwei Menschen Solidarität füreinander empfinden und am Ende sogar Freundschaft schließen. Gut. Sie bringt ihm Selbstvertrauen bei und er lehrt sie Ehrlichkeit. Und die Triebfeder hinter dem Ganzen? Ihr fehlt der Halt im Leben aufgrund einer miesen Kindheit. Zu Batemans Figur kann ich nicht viel sagen. Die Darstellung des Schauspielers motiviert mich nicht dazu, diese Figur zu deuten.

Fazit
Die grundsätzliche Idee des Drehbuchs geht in Ordnung. Die Umsetzung ist vor allem eines: verkorkst.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: Identity Thief

Land: USA 2013

Laufzeit in Minuten ca.: 111

Kinostart / Filmstart: 28.03.2013

Regie: Seth Gordon

Drehbuch: Craig Mazin, Jerry Eeten

Schauspieler (Besetzung): Jason Bateman, Amanda Peet, Jon Favreau, MelissaMcCarthy, John Cho, Robert Patrick, Genesis Rodriguez, Eric Stonestreet, Maggie Elizabeth Jones, Clark Duke, Morris Chestnut, Ben Falcone, Mary-Charles Jones,

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