Kinofilm

Die Frau in Schwarz - Kritik

Woman in black

Man nehme ein altes Herrenhaus, an dem außen der Zahn der Zeit nagt. In dessen Innern der Verfall der Räumlichkeiten mit dem Niedergang menschlichen Anstands einhergeht. Füge einen Rachegeist hinzu, der nicht vergeben kann und schicke einen unschuldigen, jungen Mann in das Haus, der nichts ahnend in ein Wespennest stochert ...

Daniel Radcliffe legt den Zauberstab beiseite und schlüpft in die Rolle eines jungen Anwalts, der auf Geschäftsreise geht. Sein Ziel ist das kleine Örtchen Crythin, irgendwo an der Küste gelegen. Dort gilt es einen Routinefall zu bearbeiten. Diese Erbschaftsangelegenheit soll Arthur Kipps' Bewährungsprobe sein, denn seit dem Tod seiner Frau im Kindbett vor drei Jahren, ist Kipps kaum noch zu etwas zu gebrauchen.
Die Reise verläuft ohne nennenswerte Hindernisse - im Gegensatz zur Ankunft. Die Einheimischen mögen keine Fremden und man gibt dem Eindringling deutlich zu verstehen, dass es das Beste wäre, wenn er schnell wieder verschwindet. Doch Kipps nimmt die Angelegenheit ernst und sucht das alte Herrenhaus auf, um nach Papieren zu fahnden. Dabei fällt ihm auf dem kleinen Friedhof des Anwesens eine in Schwarz gekleidete Frau auf. Der Spuk ist so schnell verschwunden, wie er kam und Kipps kehrt in den Ort zurück. Dort wird er auf der Polizeiwache Zeuge eines scheußlichen Vorfalls. Ein kleines Mädchen hat Beize getrunken und stirbt in seinen Armen. Die Dorfbewohner geben Kipps die Schuld an dem Vorfall, denn der hat mit seinem Besuch des alten Herrenhauses einen Rachegeist gestört.

Filmkritik

Der Kinofilm "Die Frau in Schwarz" hat eine große Stärke: Er will nicht mehr sein, als die stilvolle Verfilmung einer im ausgehenden viktorianischen Zeitalter angesiedelten Spukhaus-Geschichte. Die Hauptrolle hat Daniel Radcliffe gut gewählt, um seine Dauerrolle als Zauberlehrling hinter sich zu lassen. Er spielt einen trauernden Junganwalt, der in eine Geschichte aus Verrat, Verletzung und Rache gezogen wird. Seine Darstellung ist nicht bahnbrechend, sondern der Rolle angemessen. Trotzdem könnten Kinogänger, die ihn erneut in seiner Paraderolle sehen möchten, von diesem Umstand enttäuscht werden.

Zurück zum Film. Dem gelingt es gut den Zuschauer in eine mulmige Stimmung zu versetzen. In die Reise sind erste Hinweise zum späteren Grauen eingeflochten. Die Fahrt zum alten Herrenhaus, das auf einer Insel im Watt liegt und dessen Zufahrtsweg bei Flut überspült wird, lässt nichts Gutes ahnen. Setzt sich beim Anblick des alten Gemäuers fort und gilt natürlich auch für die Innenräume, die mit ihrem finsteren Ambiente keinen anderen Schluss zulassen, als den, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Dass hier die Düsternis und der Verfall der Mauern die Schattenseiten seiner ehemaligen Bewohner spiegeln. Dazu passt, dass selbst Kinderspielzeug albtraumhafte Züge bekommt.
Es folgen einige Schreckmomente - doch kein blutiger Horror. Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf den unheimlichen Vorgängen, die sich weitgehend dem analytischen Menschenverstand entziehen.

Fazit
Zunächst erinnern die Epoche, ein junger Anwalt und eine verlorene Liebe an Dracula. Doch dann nimmt die Handlung rasch eine andere Richtung. Eine klassische Spukhaus-Geschichte in der die Schauspieler weniger die Charaktere ausfüllen, sondern in erster Linie einem Typus gerecht werden. Wer mit dieser Erwartung ins Kino geht, dürfte kaum enttäuscht werden.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 70 %

Credits

Original Film-Titel: Woman in black

Land: Großbritannien / Kanada / USA 2011

Laufzeit in Minuten ca.: 95

Kinostart / Filmstart: 29.03.2012

Regie: James Watkins

Drehbuch: Jane Goldman

Schauspieler (Besetzung): Daniel Radcliffe, Ciarán Hinds, Liz White, Janet McTeer

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