Kinofilm

Das Haus der Krokodile - Kritik

Krimis für Kinder setzen gerne auf exotische Orte und / oder kleine Erwachsene die in ihrer altklugen Art alles besser wissen als die Erwachsenen. Da scheint es mutig, einen Krimi in Deutschland anzusiedeln und den jungen Helden einen ganz normalen Jungen sein zu lassen. Das kann funktioniert und ergibt einen sehenswerten Film.

Als Kinder liebten meine Schwester und ich es meine Tante Gitta zu besuchen, denn wir durften immer auf ihrem Dachboden spielen. Neben altem Spielzeug gab es dort jede Menge zu entdecken. Ähnlich ergeht es Viktor (Kristo Ferkic). Der ist vor kurzem mit seiner Familie in die Wohnung eines Onkels gezogen. Die alten Sachen verstauben noch in den Zimmern, eine düstere Atmosphäre liegt in der Luft. Da die Eltern einige Tage verreist sind und Viktor mit seinen Schwestern alleine bleibt, kann er auf Entdeckungsreise gehen. Bei seinem Stöbern meint er im Spiegel einen Einbrecher zu sehen. Doch die alarmierte Nachbarin und ihr etwas linkischer Sohn können nichts finden. War alles nur ein Spuk? Viktor wird es unheimlich. Dazu trägt das mysteriöse Tagebuch von Cäcilie bei. Dieses Mädchen lebte vor 40 Jahren in dem unheimlichen Haus und kam auf rätselhafte Weise ums Leben. War es am Ende sogar Mord? Viktor beschließt den Geschehnissen von damals auf den Grund zu gehen.

Filmkritik

Der Kinofilm "Das Haus der Krokodile" ist ein sehenswerter Krimi für Kinder. Alles in allem macht der Film einen sorgfältigen Eindruck - auch wenn die Atmosphäre anfangs nicht ganz so gut eingefangen ist. Viktor ist ein Junge, der nach dem Umzug und ohne neue Freunde etwas verloren dasteht. Das kommt für mich nur bedingt rüber. Doch je länger der Film andauert, desto besser taucht er in die Situation ein. Das Geschehen ist - für einen Kinderfilm - relativ düster ohne übermäßig bedrohlich zu werden.

Die Handlung bleibt realistisch und gleichzeitig spannend. Einige der neuen Nachbarn benehmen sich seltsam, haben vielleicht etwas zu verbergen ... gehen ihrem ganz normalen Alltag nach, während Viktor auf Spurensuche ist. Beäugt wird er von der ehemaligen Haushälterin des Onkels. Eine solche Mieterin, die mit ihrer resoluten Art ein ganzes Mietshaus unter ihre Kontrolle bringen kann, kennt wohl jeder von uns. Die Rolle ist von Gudrun Ritter gut gespielt. Und zugunsten der Familienfreundlichkeit gibt es am Ende eine Versöhnung zwischen dem Jungen und dem Hausdrachen. Und damit jüngere Kinder ab und an mal durchatmen können, lockern gespielte Witze die Handlung immer wieder auf.
Gut gefallen hat mir zudem, dass Viktor ein Kind bleibt. Er hat Probleme mit seinen älteren Schwestern, Ängste und wird nicht altklug. Selbst im großen Finale, wenn Viktor wie ein echter Detektiv die Geschehnisse aus seiner Sicht erzählt, bleibt die Handlung auf dem Teppich.

Fazit
Der Kinofilm "Das Haus der Krokodile" ist ein sorgfältig inszenierter Detektivfilm für Kinder. Der Verzicht auf Brimborium ist angenehm.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 75 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Deutschland 2012

Laufzeit in Minuten ca.: 89

Kinostart / Filmstart: 22.03.2012

Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert

Drehbuch: Eckhard Vollmar, Cyrill Boss, Philipp Stennert

Schauspieler (Besetzung): Gudrun Ritter, Kristo Ferkic, Joanna Ferkic, Vijessna Ferkic, Christoph Maria Herbst, Waldemar Kobus
und Thomas Ohrner

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