Kinofilm

Soloalbum - Kritik

Ben (Matthias Schweighöfer) hat das Gesicht eines Wunschschwiegersohns. Doch schnell entpuppt sich der Egoist als Kotzbrocken. Er hat einige "Charakterschwächen". Zum Beispiel kann er seiner Freundin nicht sagen, dass er sie liebt.

Damit nicht genug: statt zu seiner wartenden Freundin ins Restaurant zu fahren und mit ihr Geburtstag zu feiern, stattdessen fährt Ben mit seinem Kumpel und Arbeitskollegen Christian (Christian Näthe) und einem neuen Aufriss auf eine Fete. Er muckiert sich, dass das wohl eine Kinderfete sei, weil die Partygäste sich als Popstars verkleidet haben, bemerkt allerdings nicht, dass seine eigene Weltanschauung und seine Kommentare alles andere als reif sind. Auf der Fete lässt sich Ben von der neuen Bekanntschaft anbaggern und fast kommt es zu einem Quicky auf der Couch, mitten unter den anderen Partygästen. Die wartende Freundin Katharina (Nora Tschirner) wird derweil per SMS abgespeist. Der Quicky geht schief, weil Bens zweiter Kumpel Alf (Oliver Wnuk) eine Überdosis selbstgemixten Hustensaft geschluckt hat und erste Hilfe braucht. Beim Versuch Wasser zu holen wird Ben auf dem Balkon ausgesperrt und niemand öffnet ihm die Tür. Er muss die Scheibe einschlagen um festzustellen, dass Alf bereits wieder unter den Lebenden weilt und Katharina mit ihm Schluss gemacht hat - per SMS.
Jetzt wird der verlassene Ben zum Höhlentier und vergisst Begriffe wie Ordnung und Sauberkeit - bis seine Nachbarin die Polizei ruft wegen des Verwesungsgeruchs, der aus seiner Wohnung dringt. Auch im Job läuft es nicht gut für Ben. Er kommt mit dem Schreiben von Musikkritiken einfach nicht nach. Natürlich würde er niemals zugeben, dass er Katharina vermisst, lieber wartet er auf ihren Anruf. Als der wochenlang ausbleibt, versucht sich Ben an Lösungswegen. Eine andere Beziehung könnte die Lösung sein, ist aber ein Irrweg. Im Grunde seines Herzens liebt er Katharina immer noch, doch statt das Gespräch zu suchen, duselt Ben von einer peinlichen Situation in die nächste. Aus Eifersucht pinkelt er durch das Seitenfenster eines BMW. Der gehört aber nicht Katharinas Neuem, sondern einem Unbekannten. Der erwischt ihn auf frischer Tat, weil Ben beim Pinkeln einen Ständer bekam und festhängt. Auch Apotheker-Kumpel Alf, per Handy herbeigerufen, kann ihn nicht befreien, nicht einmal mit Kriechöl. Der Unbekannte schlägt an Alfs Wagen die Seitenscheibe ein und pisst auf dessen Sitze - so viel zum Humor.
Da der gesamte Film, bis auf wenige Minuten, von den missglückten Rückeroberungs-Versuchen des Kotzbrockens Ben handelt, fehlt auch der obligatorische, vorgetäuschte Selbstmordversuch nicht. Am Ende hat es Ben geschafft sich um seinen Job in der Dotcom zu bringen, weil er statt eigene Kritiken zu liefern einfach abkupferte. Er beginnt seine Geschichte als Roman niederzuschreiben; nur fehlt ihm noch das Ende. Weshalb ihn am Ende Katharina zurücknimmt leuchtet nicht unbedingt ein, denn Ben hat sich kaum verändert.

Filmkritik

"Soloalbum" versucht möglichst hip und locker rüberzukommen. Der gesamte Film wurde direkt auf die Zielgruppe des MTV / VIVA-Publikums zugeschnitten; angefangen bei der Thematik bis hin zu Ausstattung, Frisuren und Kostümen. Dazu passt die Besetzung der Katharina mit der MTV-Moderatorin Nora Tschirner sowie die Gastauftritte von Thomas D als Thomas D und Sandy Mölling als "Anastacia". Von der Handlung her ist es eine sehr konstruierte, klamaukige Teenager-Komödie die als Folge einer "Bravo-Foto-Love-Story" wahrscheinlich eine bessere Figur gemacht hätte. Die Darsteller sind mäßig bis schwach, das Drehbuch und der Film sind kein Höhepunkt deutschen Filmschaffens.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Deutschland 2003

Laufzeit ca. 87 Min.

Kinostart / Filmstart: 27.03.2003

Regie: Gregor Schnitzler

Drehbuch: Jens-Frederick Otto, Christian Zübert

Schauspieler (Besetzung): Matthias Schweighöfer (Ben), Nora Tschirner (Katharina), Oliver Wnuk (Alf), Christian Näthe (Christian), Lisa Maria Potthoff (Nadja), Sandy Mölling ("Anastacia"), Thorsten Feller (Friedrich Unger), Leander Haußmann (Chefredakteur)

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