Kinofilm

Solaris - Kritik

Chris Kelvin (George Clooney) ist Psychologe und leidet unter dem Trauma seine Frau verloren zu haben. Als er abends Zutaten zum Kochen schneidet, werden zwei Regierungsbeamte bei ihm vorstellig. Sie bitten Chris zur Raumstation Prometheus zu fliegen um zu klären, was auf der Raumstation vor sich geht.

Das Videoband von Chris' Freund gibt den Ausschlag und Chris fliegt los. Auf der Raumstation angekommen entdeckt er zunächst sehr viele Spuren von Blut. Blut an Schaltern, an den Sprossen einer Leiter, Blut an den Lüftungsgittern unter der Decke. Zwei Leichen liegen im Kühlraum, zwei Menschen leben zwar noch auf der Prometheus, doch Besatzungsmitglied Snow (Jeremy Davies) ist durch den Wind und will Chris keine Auskünfte erteilen, bis er "es" nicht selbst erlebt hat. Auch die Offizierin Gordon (Viola Davis) weigert sich nähere Details zu verraten. Chris weiß, dass etwas auf der Raumstation nicht stimmt, aber hängt es wirklich mit der Nähe des Planeten "Solaris" zusammen?

In der Nacht träumt er von seiner Frau Rheya (Natascha McElhone). Währenddessen bilden sich auf der Oberfläche des Planeten neue Verbindungen, die Synapsen im Gehirn ähneln. Die geträumte Gestalt manifestiert sich und weckt Chris aus dem Schlaf. Der ist entsetzt, lässt sich aber auf eine längere Diskussion ein und befördert anschließend das Wesen, das behauptet seine verstorbene Frau zu sein, ins Weltall hinaus. In folgenden Gesprächen erfährt Chris von den Besatzungsmitgliedern, dass auch sie ihre Besucher hatten und nicht sagen können, woher sie stammen. Chris fragt sich, ob Rheya ein zweites Mal kommen wird. Sie kommt wieder. Dieses Mal beschließt Chris das fremde Wesen, das er für seine Frau hält, mit auf die Erde zu nehmen. Damit bricht er einen Streit vom Zaun, denn Offizierin Gordon will auf keinen Fall fremde Wesen mit auf die Erde nehmen.
Nach und nach erfährt Chris, dass der Planet der Schöpfer dieser Wesen sein könnte. Aber Rheya ist nicht seine verstorbene und wiederauferstandene Frau, sondern ein Wesen, das aus Chris' Erinnerungen geformt wurde. Darunter hat sie stark zu leiden, denn sie erinnert sich, weiß aber gleichzeitig, dass es eine Erinnerung ist, ohne das sie selbst handelte. Parallel dazu erzählt der Film in Rückblenden die schwierige Beziehung von Chris und Rheya auf der Erde, die mit Rheyas Selbstmord endete.

Filmkritik

"Solaris" wirft für mich zwei elementare Fragen auf: Gibt es einen Gott? Was ist der Sinn des Lebens? Allerdings steuert der Film nichts zu ihrer Klärung bei. Er laviert sich an greifbaren Aussagen und Konkretem vorbei. Manche Sätze wirken im ersten Moment inhaltsschwanger: "Wir wollen keine neuen Welten entdecken, wir wollen Abbilder." Kaut man ein wenig auf dem Gesagten herum, dann hat es kein langes Mindesthaltbarkeitsdatum. Auf der Raumstation sterben die Menschen, die nach den Hintergründen fragen. Warum? Ich konnte keine Antwort herausfieseln und die Handlung flüchtet sich in schwelgerische Bilder. Zum Schluss scheint Chris wieder auf der Erde zu sein; schneidet erneut Gemüse, doch plötzlich ist Rheya wieder bei ihm. Man verrät noch, dass Chris nicht auf die Erde zurückkehrte - wo er sich zu guter Letzt befindet bleibt unklar, sicher ist nur, dass Chris und Rheya alles vergeben wurde.

"Solaris" bemüht sich sehr mit ruhigen Kamerabildern und wenig Dialogen eine möglichst intelligente, philosophische, dichte Geschichte zu erzählen - und verheddert sich darin. Wer es mag, selber möglichst viel hineininterpretieren zu können, der wird die Handlung zu schätzen wissen, denn sie lässt sehr viel Spielraum für Deutungen. Gelungen sind die Spezialeffekte, die allerdings ermüdend häufig die Oberfläche des Planeten zeigen und den extrem ruhigen Charakter unterstreichen. Die Schilderung ruht weite Strecken auf Georg Clooney. Fast möchte ich sagen, der Film versucht durch die häufige Zurschaustellung von Clooneys Körper etwas zu retten. Karen Miosga zeigte sich im "Kulturjournal" des NDR freudig verstört beim Gedanken an Clooney Alabaster-Po. Und richtig, George Clooney liegt gerne halb nackt auf seinem Lager und sinnt und sinnt. Vielleicht sinnt er darüber nach, wie er möglichst sinnend wirken kann, während die Kamera sich an seiner Brust fixiert? Vielleicht sinnt er auch über die Allmacht der Liebe?
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

USA 2002

Laufzeit ca. 98 Min.

Kinostart: 06.03.2003

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Steven Soderbergh

Schauspieler (Besetzung): George Clooney (Dr. Chris Kelvin), Natascha McElhone (Rheya), Viola Davis (Dr. Helen Gordon), Jeremy Davies (Snow), Ulrich Tukur (Gibarian)

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