Kinofilm

Autobahnraser

Über dem deutschen Filmschaffen liegt ein Fluch - wie diese Klamauk-Komödie über böse Autoklauer und gute "Autobahnraser" beweist

Polizei-Azubi Karl-Heinz Krause ist nicht über Gebühr helle, dafür aber süß. Nachts alleine auf Streife, vermasselt er die Verhaftung der Boliden-Schieber, die trotz Einsatz eines Hubschraubers auf der Autobahn entkommen. Mit ihnen entschwinden nigelnagelneue Autos.
Der strafversetzte Karl-Heinz versucht bald darauf Temposünder dingfest zu machen. Die Aktion endet ebenfalls glücklos, aber er kommt den Autobahnrasern auf die Spur. Als Undercover-Agent schließt Karl-Heinz mit den Autobahnrasern Freundschaft. Er verliebt sich in eine der Raserinnen. Damit nicht genug - mit vereinten Kräften bringen Karl-Heinz und die "Autobahnraser" die Boliden-Schieber zur Strecke.

Was als Komödie nach Art von "2 Fast 2 Furious" und "Hart am Limit" gedacht war, endet als Rohrkrepierer. Es fehlt dem Kino-Film an Handlung, Witz, Tempo, Glamour sowie an Humor. Statt in Miami spielen die Außenaufnahmen, wenn nicht auf der Autobahn, am Baggersee. Es werden keine Drogen geschmuggelt, sondern der Sushi-Express kurvt durch die Stadt. Spektakuläre Stunts ersetzt der Film durch Zeitraffer. Selbstredend sind im Film die "Autobahnraser" die Guten und wollen nur ein bisschen Spaß haben im Leben. Das versteht sogar Karl-Heinz' Vorgesetzter. Grundsätzlich haben die Boliden-Schieber mit den Autobahnrasern nichts zu tun. Das macht aber nichts, weil die gesamte Handlung dümmer ist als die Polizei erlaubt.
Witztechnisch wechselt sich Slapstick mit Klamauk ab, gewürzt wurde mit Sexwitzen. Karl-Heinz reißt der Fahrtwind die Hose in Fetzen, einem der Raser sprengt die Erektion den Hosenknopf ab. Die Eigenwilligkeiten des Drehbuchs reichen von Polizisten, die alleine auf Streife sind, über grundsätzlich leere Autobahnen bis hin zur Straßensperre der Autobahn. Die Boliden-Schieber kommen aus dem Osten (um es mit "Aktenzeichen XY" zu sagen: "die Täter sprachen nur gebrochen Deutsch").
Diese Ansammlung an Sinnfreiheit wird in "Autobahnraser" durch nichts aufgewogen. Die Darsteller, wie aus einem Werbespot für "Studio Line", radebrechen sich durch peinliche Dialoge. Spezialeffekte gibt es so gut wie keine. Mit Vollgas in die Belanglosigkeit.
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Deutschland 2003

Laufzeit ca. 88 Min.

Kinostart / Filmstart: 19.02.2004

Regie: Michael Keusch

Drehbuch: Robert Kulzer, Herman Weigel

Schauspieler (Besetzung): Luke J. Wilkins (Karl-Heinz), Alexandra Neldel (Claudi), Henriette Richter-Röhl (Nicki), Niels Bruno Schmidt (Knut), Manuel Cortez (Bülent), Kristian Erik Kiehling (Ecki), Ivonne Schönherr (Moni), Franz Dinda (Alex), Thomas Heinze (Schmitt-Jahnke)

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