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Kinofilm
Die Royal Tenenbaums - KritikAuge um Auge, Zahn um Zahn möchte man sagen. Oder vielleicht doch besser Kapitel um Kapitel? Wie ein Theaterstück blättert der Erzähler des Films "Die Royal Tenenbaums" stets aufs Neue ein weiteres Kapitel in der Chronik der Familie auf. Der Glanz vergangner Tage ist längst abgeblättert seit der Herr des Hauses aus seinen begabten Kindern verschlossene Neurotiker machte und der Familie verwiesen wurde. Doch wie auf ein geheimes Zeichen hin stehen sie im Film plötzlich alle wieder auf der Matte. Zunächst Chas, der sich in seinem Haus nicht mehr sicher glaubt, seit seine Frau bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Seine zwei Söhne im Schlepptau, kriecht er wieder ins warme Nest zurück. Tochter Margot holt Mutter Etherline erst aus der Badewanne, in der sie täglich stundenlang vor sich hinweicht und in die Glotze starrt, dann holt sie Margot auch aus ihrer Ehe mit dem vergeistigten Neurologen Raleigh St. Clair heraus. Und auch Sohn Richie kehrt von seinen Touren auf den Weltmeeren zurück. Fehlt nur noch der Vater, dann wären die Tenenbaums wieder komplett. Filmkritik"Die Royal Tenenbaums" punktet mit guter Situationskomik und skurrilen Ideen. Die Dalmatiner-Mäuse zum Beispiel sind wirklich köstlich. Und wenn der werbende Steuerberater im Krankenhaus darum bittet die Formulare für Etherline lesen zu dürfen, dann ist das anrührend und komisch zugleich. In meist gleichförmigen Bildern wird ein Film-Kapitel nach dem anderen aufgeblättert und gnadenlos eine Schicht nach der anderen freigelegt. Dabei wird nie auf Schenkelklopfer gesetzt, sondern vielmehr auf die leisen, komischen Töne. Die Dramaturgie entschließt sich nie eine Person letztendlich in den Mittelpunkt zu stellen. Wie bei einem Staffellauf steht immer wieder jemand anders im Vordergrund. Das ist dramaturgisch sicherlich gewollt, sorgt aber dann und wann für Längen. Auf die Film-Szenen in denen Chas seine Jungs zu Rettungsübungen zwingt hätte man verzichten können. Auch zünden nicht alle Running Gags (Trainingsanzüge). Zeitweilig wirken die Figuren in ihrem Leben verloren, was durchaus auf den Zuschauer abfärbt. Seiten (0):
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