Kinofilm

Der Prinz und der Prügelknabe

The Wipping Boy

Es waren einmal ... ein prächtiges Königsschloss und ein finsterer Wald, in dem die Räuber hausten. Eigentlich sind das kleine Königreich Brattenberg und das Städtchen Waldbach keine realen Orte. Sie sind so mythisch wie die Schauplätze der Grimmschen Märchen.

Dennoch könnte es sie so gegeben haben, wie die Novelle "Prinz Flegel" von Sid Fleischman sie beschreibt. Ebenso könnten Tommi, der Rattenfänger, und seine kleine Schwester Annerose wirklich gelebt haben; wenn nicht in den Armenvierteln von Brattenberg, dann in denen einer anderen feudal regierten Stadt irgendwo im Europa des 18. Jahrhunderts. Tommi bestreitet durch den Rattenfang den Lebensunterhalt für sich und Annerose, seit ihre Eltern gestorben sind. Er verkauft die kleinen Biester, nach denen er in den Kloaken unter der Stadt hascht, an den Blinden Karl, einen verschlagenen alten Gauner, der in seiner Spielhölle Kämpfe zwischen den Nagern und abgerichteten Hunden organisiert. Obwohl der heimliche König der Ganoven und Bettler stets versucht, ihn über`s Ohr zu hauen, hat Tommi so bald genug Geld zusammen gespart, um sich und seiner Schwester ein Dach über dem Kopf mieten zu können. Für Annerose ist die armselige Behausung bei der alten Wucherin, bei der sie einziehen, die schönste Wohnung, die sie je gesehen hat. Gerade, als die beiden die Möglichkeit haben, endlich ein menschenwürdiges Dasein führen zu können, verschwindet Tommi zu Anneroses Entsetzen plötzlich wie vom Erdboden. Sie kann nicht wissen, dass er von den Lakaien des Prinzen entführt wurde ...
Boris Prinz von Brattenberg, der Thronfolger des Königreichs, ist eine Landplage. Das Letzte, worauf Tommi Lust hat, ist, sein neuer Prügelknabe zu werden; jemand, der immer dann an des Prinzen statt bestraft wird, wenn dieser etwas angestellt hat, nur weil es sich nicht schickt, einen königlichen Hintern zu verprügeln. Doch das Hofpersonal denkt nicht daran, Tommi wieder fortzulassen. Ihrer Ansicht nach müsste er sich über seinen gesellschaftlichen Auftrag freuen, wird er doch ordentlich gekleidet sein, windfeste vier Wände um sich haben und sich jeden Tag satt essen können. Tommi jedoch ist entschlossen, bei der nächsten Gelegenheit zu fliehen. Was sich als nicht einfach erweist, denn Boris` üble Streiche halten den Hof und Tommis edelstes Körperteil in Trab. Der Einzige, zu dem Tommi mit der Zeit Vertrauen fasst, ist der Hauslehrer Peckwit. Von ihm erfährt er, dass der Thronfolger, im Gegensatz zu Tommi, nicht einmal lesen und schreiben kann. Das jedoch hat noch niemand gewagt, dem König mitzuteilen. Denn dieser hat im Augenblick ganz andere Sorgen: Ein Grenzstreit mit dem Nachbarstaat Rittenstadt hat sich so weit zugespitzt, dass ein Krieg zwischen beiden Reichen unvermeidlich scheint. In einem letzten Versuch, den Frieden zu wahren, führt der Monarch Verhandlungen mit einem Abgesandten Rittenstadts, der gerade auf Schloss Brattenberg weilt. Aus Langeweile und Wut darüber, dass sein Vater nie Zeit für ihn hat, findet Boris Wege, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Der Hof gerät in Aufregung, als bei einem Abendessen plötzlich Rudel von Ratten über die Speisetafel huschen. Und da es ihm Vergnügen bereitet, mit anzusehen, wie Tommi an seiner Stelle geschlagen wird, legt der Prinz es darauf an, sich immer neue Schandtaten auszudenken. Als er jedoch bei einem Ausritt den Sattelgurt des Botschafters von Rittenstadt durchschneidet und der Gesandte vor der Gesellschaft vom Pferd fällt, ist dessen Geduld erschöpft. Er weigert sich, die Entschuldigungen des Königs ein weiteres Mal anzunehmen und bricht die Friedensverhandlungen ab. Außer sich vor Ärger droht der König seinem Sohn, dieses Mal ihn und nicht den Prügelknaben bestrafen zu lassen. In dieser Nacht beschließt auch Boris auszureißen.
Für Tommi ist das Entkommen wichtiger denn je, seit er vom Fenster des Hauslehrers Peckwit eine Gruppe von Gefangenen gesehen hat, die ins Gefängnis nach Waldbach gebracht wurde. Er ist sich sicher, seine Schwester Annerose darunter erkannt zu haben. Tommi weiß nicht, dass das Mädchen wegen Diebstahls festgenommen wurde, als es einem feinen Schnösel das Schnupftuch zurückgeben wollte, das diesem auf der Straße aus dem Ärmel gefallen war. Obwohl sie einander nicht riechen können, ergreifen die beiden Jungen die nächste Gelegenheit beim Schopfe und machen sich gemeinsam aus dem Staube ... Mit ihrer Flucht von Schloss Brattenberg beginnt eine Zeit der Abenteuer für Tommi und Boris. Am liebsten würde der Rattenfänger den Prinzen seinem Schicksal überlassen, aber Boris gelingt es, Tommi einzureden, er brauche seine Hilfe, um den Weg zum Gefängnis in Waldbach zu finden. Denn Tommi hat sich in den Kopf gesetzt, seine Schwester zu befreien. So macht sich das ungleiche Paar auf die Reise. Lange sind sie nicht unterwegs, als sie Räubern in die Hände fallen. Für den berüchtigten "Stinkenden Billy", der sich vor allem von Knoblauch ernährt, und seinen genauso berüchtigten Kumpan "Hals-ab-Karl" scheint dies ein erfolgreicher Tag zu werden, ging ihnen kurz zuvor schon die Kutsche des Botschafters von Rittenstadt auf der Heimfahrt ins Netz. Da Boris nichts Besseres zu tun hat, als wutentbrannt darauf zu pochen, wer er sei und wie man ihn zu behandeln habe, beschließen beide Wegelagerer, die Jungen mitzunehmen und eine Lösegeldforderung zum König zu senden. Das aber bringt unerwartete Schwierigkeiten mit sich, denn keiner der beiden kann lesen und schreiben. Da sich herausstellt, dass Tommi der Einzige ist, der das Alphabet beherrscht, folgern Billy und Karl, dass die Jungen ihnen etwas vorspielen. Wer hat gehört, dass ein Prügelknabe gebildeter sei als ein Prinz? Scheinbar haben beide die Rollen getauscht. Billy versiegelt die Lösegeldforderung, die Tommi für sie schrieb, mit einem Ring, der aus ihrem letzten Überfall stammt. Es ist der Siegelring des Botschafters von Rittenstadt. Als das reiterlose Pferd des Prinzen mit dem Brief am Hof eintrifft, ist es für den König klar, dass die Schergen des verfeindeten Nachbarstaates seinen Sohn gekidnappt haben. Jetzt scheint auch für ihn ein Krieg nicht mehr vermeidbar.
Während Billy das Pferd auf den Weg schickt, gelingt es den Jungen, dessen Kumpan zu übertölpeln. Dass sie entkommen können, verdanken sie einem entlaufenen Tanzbär, der bei "Hals-ab-Karl" Eindruck macht, als er im Wald plötzlich vor ihm steht. Der Bär gehört der Zigeunerin Betsy, die Tommi und Boris den Weg nach Waldbach zeigen kann. Wieder muss sich Tommi überwinden, den arroganten Prinzen mitzunehmen, aber langsam kommen sich die Jungen näher. Obwohl ihnen noch immer der "Stinkende Billy" und "Hals-ab-Karl" auf der einen und die berittenen Bataillone des Königs auf der anderen Seite auf den Fersen sind, können sie sich bis Waldbach durchschlagen. Vor den Gefängnismauern ist ihr Weg zu Ende. Keine Macht der Welt scheint dort eindringen und Annerose herausholen zu können ...
Copyright/Quelle: alpha medien

Credits

Original Film-Titel: "The Wipping Boy"

Land: Deutschland / USA 1994/95

Laufzeit ca.: 96 Minuten

Kinostart / Filmstart: 22.11.2007 (WA)

Regie: Syd Macartney

Drehbuch: Max Brindle

Schauspieler (Besetzung): Truan Munro, Nic Knight, Karen Salt, George C. Scott, Kevin Conway, Vincent Schiavelli, Andrew Bricknell, Christoph M. Ohrt, Matilda May

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