Kinofilm

Remember Me - Kritik

Robert Pattinson hatte ich nach dem zweiten Film der Twilight Saga als Vampir-Heini abgestempelt und wenig Lust mir den Kinofilm "Remember Me" anzusehen, zumal die Ankündigung des Verleihs nach einer Romanze klang. Nachdem ich meine Multidimensionale Intelligenz um Rat gefragt hatte, ging ich ins Kino - und wurde angenehm überrascht. In der Rolle des jungen Rebellen macht Pattinson eine gute Figur.

Dass Tyler Hawkins ein junger Mann aus gutem Hause ist, vermutet man auf den ersten Blick nicht. Er wohnt in einer kleinen, abgewohnten Wohnung, raucht und trinkt zuviel. Zudem neigt er zu Wutausbrüchen. Und einer dieser Wutausbrüche ist es, die Tyler in Schwierigkeiten bringen. Während einer nächtlichen Kneipentour mit seinem Freund und Mitbewohner Aidan (Tate Ellington) und zwei Aufrissen, nimmt Tyler die Gelegenheit zu einer Schlägerei wahr. Als die Polizei eintrifft, greift Tyler einen der Polizisten an und schafft sich damit ein ernstes Problem. Sein Vater könnte ihn mit einem guten Anwalt leicht aus der Sache rausboxen, doch Tyler will diese Art von Hilfe nicht. Deshalb kommt sein Mitbewohner auf die Idee, Tyler soll sich an die Tochter des Polizisten heranmachen. Wenn es zwischen den beiden erst mal läuft, könnte die Tochter bei ihrem Vater ein gutes Wort für den Freund einlegen.
Tyler ist von der Idee zunächst wenig angetan, startet aber einen Versuch. Die erste Annäherung zwischen der Polizistentochter Ally (Emilie de Ravin) und ihm verläuft etwas zögerlich. Doch die junge Frau ist von dem etwas schüchternen Tyler durchaus angetan. Langsam entspinnt sich zwischen den zweien eine Beziehung und die ursprüngliche Idee gerät in Vergessenheit. Dumm nur, dass Tyler diesen Stolperstein nicht selbst ausräumt, sondern abwartet, bis Allys Vater hinter die Sache kommt. Von jetzt auf gleich steht die Beziehung auf der Kippe - doch gemeinsam retten Ally und Tyler ihre Beziehung. Nicht ahnend, dass die nächste Katastrophe sich bereits anbahnt ...

Filmkritik Remember Me

Robert Pattinson ist mit dem Kinofilm "Remember Me" ein Schachzug gelungen. Er nutzt seine Bekanntheit aus "Twilight - Biss zum Morgengrauen" und Twilight - Biss zur Mittagsstunde" und stellt unter Beweis, eine ernste Rolle mit Bravour spielen zu können. Aber was wohl die vielen jungen Mädchen dazu sagen werden, die mit der Erwartung ins Kino gehen, ihren Robert als tragischen Liebhaber zu sehen? Sie werden wohl enttäuscht sein, denn wenngleich der Film Romantik bietet, schlägt er eine ganz andere Richtung als die Twilight-Filme ein.
Der Kinofilm "Remember Me" mischt auf gelungene Weise Tragik und Romantik. Da gibt es die schönen Szenen, in denen sich zwei junge Menschen vorsichtig einander annähern. Dabei ist das Zusammenspiel zwischen Robert Pattinson und Emilie de Ravin ist stimmig und sehenswert. Was die Kamera eingefangen hat, macht den Eindruck als sei man wirklich der unsichtbare Dritte im Raum. Darüber hinaus überzeugt auch das Zusammenspiel der Darsteller als Familie. Die Mimen treten wie echte Familien auf, bringen den Eindruck auf die Leinwand, dass hier Strukturen gewachsen sind. So als gingen die Menschen wirklich schon lange miteinander um. Pierce Brosnan gibt den emotional unterkühlten Vater, von dem sich der Sohn wünscht, dass er endlich mal Gefühle zeigen möchte - wenn nicht sogar sagen, dass er einen liebt. Robert Pattinson als Sohn kämpft glaubhaft gegen diese Distanz an - und lässt dabei durchscheinen, dem Vater gar nicht unähnlich zu sein. Sein Aufbegehren ist, wenn es auch abgedroschen klingt, ein Schrei nach Liebe und Anerkennung.
Eine weitgehend stimmig umgesetzte Geschichte. Nur das Ende ist zu dick aufgetragen. Von den traumatisierten Familien schlägt die Handlung einen Bogen hin zur traumatisierten Stadt. Dieser Bogenschlag passt ins Bild, aber dass der Vater sozusagen noch geläutert wird, ist ein wenig dick aufgetragen. Apropos: zu dick aufgetragen sind zum Teil auch die Einzelschicksale. Ich will an dieser Stelle nicht weiter ins Detail gehen, weil ich dann anfinge den Film zu zerpflücken. Auf den Punkt gebracht, fände ich es besser, wenn der Film dann endet wenn Tyler im Hochhaus steht.

Fazit
Der Kinofilm "Remember Me" ist mit Pierce Brosnan als Vater und Lena Olin als Mutter mit bekannten Darstellern besetzt und trotzdem alles andere als Kommerz-Kino. Vielmehr ist es ein ebenso überzeugender wie schwieriger Film. Der Verleih nennt es: Romantik-Drama. Ich sage es ist ein Film über Traumata. Mir gefallen solche "kleinen" Filme gut. Die Schauspieler bringen sehenswerte Leistungen, die Erzählung ist dicht und das Ganze handwerklich gutgemacht. Dass man einige Abstriche machen muss tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 80 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2010

Laufzeit in Minuten ca.: 113

Kinostart / Filmstart: 25.03.2010

Regie: Allen Coulter

Drehbuch: Will Fetters

Schauspieler (Besetzung): Robert Pattinson, Pierce Brosnan, Emilie de Ravin, Chris Cooper, Martha Plimpton, Lena Olin, Peyton List, Ruby Jerins, Meghan Markle, Justin Grace

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