Kinofilm

Küss den Frosch - Kritik

The Princess and the Frog

Prinzessinnen stehen bei Disney traditionell hoch im Kurs. Kein Wunder also, dass Disney erneut eine Prinzessin in ein Abenteuer schickt. In Louisiana erlebt die farbige Tiana das Märchen vom Froschkönig in einer sehr freien Interpretation. Entgegen dem allgemeinen Trend versucht die Trickschmiede dabei nicht neue Rekorde in der Animationstechnik zu setzen, sondern setzt auf klassische Stärken wie eine zweidimensionale Optik, viel Musik und Gesang. Diese Rückbesinnung ist anfangs etwas verwunderlich - jedoch auf Dauer eine der Stärken des Films.

Die farbige Tiana wächst im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika auf. In ihrem Heimatstaat Louisiana werden den Menschen Jazz und Blues praktisch in die Wiege gelegt und das Leben - so bescheiden und arbeitsreich es auch sein mag - ist durchzogen von Musik, Gesang und Tanz. Tiana lässt sich jedoch von den schwierigen Umständen nicht entmutigen und verliert nie ihr großes Ziel aus den Augen: das eigene Restaurant.

Viele Doppelschichten später ist endlich das notwendige Startkapital zusammengekratzt. Doch der Traum droht im letzten Moment zu platzen, weil die Immobilienmakler plötzlich den Preis erhöhen. In dieser misslichen Lage interessiert es Tiana nur am Rande, dass ihre Freundin aus Kindertagen ein Fest gibt. Der bekannte und überaus gut aussehende Prinz Naveen ist in die Stadt gekommen. Und wie die Gerüchteküche weiß, wandelt er auf Freiersfüßen. Tianas Freundin plant, den Prinzen einzuladen, um den Finger zu wickeln und zu heiraten. Was sie nicht ahnt: Prinz Naveen wurde der Geldhahn abgedreht und er muss dringend eine reiche Frau heiraten, damit er seinen locker flockigen Lebensstil halten kann.
Vielleicht könnte ihm auch der zwielichtige Voodoo-Priester Dr. Facilier helfen, der sich auf allerlei Manipulationen und finsteren Zauber versteht? Doch der seltsame Doktor geht mit Naveens Diener einen Kuhhandel ein. Dem verspricht er Reichtum und verwandelt den Prinzen in einen Frosch. Der wiederum kann entkommen und sucht nun eine Prinzessin, die ihn küssen und wieder zu einem Menschen machen soll. Die herzensgute Tiana lässt sich überreden, aber ihr Kuss hat ungeahnte Folgen ...

Filmkritik Küss den Frosch

Der Kinofilm "Küss den Frosch" setzt auf Disneys Stärken. Der Handlung liegt ein bekanntes Märchenthema zugrunde. Das mit weiteren Themen vermischt wird: Etwa dem amerikanischen Traum des Tellerwäschers, der zum Millionär aufsteigt, einem guten Schuss Romantik, Prinzessinnenträumen sowie viel Musik, Tanz und Gesang. Auch das witzige Tier, das die Hauptdarsteller begleitet, hat seinen Auftritt. Aufgelockert wird die leichtverdaubare Handlung mit viel gespielten Witzen. Das Ganze ergibt stellenweise eine wirklich überladene Mischung - die aber im Ergebnis rund und sehenswert ist. Da stört es nur wenig, dass der Film hinsichtlich des "gewissen Etwas" nicht ganz an Disneys Klassiker heranreicht. Zum Beispiel erinnert das Krokodil Louis stark an Balu aus dem "Dschungelbuch", doch der Witz und der Charme des Dschungelbuchs werden nicht erreicht. Ein wenig schade, denn die Voraussetzungen für einen Spitzentitel sind gegeben.
Wie beim Inhalt setzt Disney auch bei der Technik auf Bewährtes - also nicht auf besonders ausgefeilte Texturen, sondern verleiht dem Kinofilm ganz bewusst eine zweidimensionale Optik, die wie klassischer, handgezeichneter Zeichentrick wirkt. Einige Szenen erinnern sogar an Scherenschnitt. Auch das ist insgesamt gelungen, obwohl einige Hintergrundszenen arg einfach wirken.
Hinsichtlich der Besetzung der deutschen Sprecher bin ich nicht ganz zufrieden. Es ist nachvollziehbar, dass die Musiker / Sänger Cassandra Steen und Roger Cicero ausgewählt wurden. Doch sie lassen als Synchronsprecher Markanz vermissen. Hier hätten erfahrene Sprecher den Figuren mehr Profil geben können.

Fazit
Disney hat gut daran getan, zurück zu seinen filmischen Wurzeln zu gehen. Der Kinofilm "Küss den Frosch" bietet alles, was man von einem Disney-Trickfilm erwartet. Mit Weihnachten hat er zwar nichts zu tun, setzt allerdings die Tradition fort, nach der Disney zu Weihnachten seinen großen Trickfilm ins Kino bringt.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 75 %

Credits

Original Film-Titel: The Princess and the Frog
weiterer Titel: The Frog Princess

Land: USA 2009

Laufzeit in Minuten ca.: 98

Kinostart / Filmstart: 10.12.2009

Regie: Ron Clements, John Musker

Drehbuch: Ron Clements, Rob Edwards, Greg Erb, John Musker, Jason Oremland

Schauspieler (Besetzung):

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