Kinofilm

Ein Mann für eine Saison - Kritik

Fever Pitch

Manchmal bedarf es großer Zufälle um zwei Menschen zusammenzubringen. Einem solchen ist es zu verdanken, dass der Lehrer Ben (Jimmy Fallon) mit seiner Schulklasse ausgerechnet die Firma besucht, in der Lindsey (Drew Barrymore) arbeitet. Die lässt sich sogar zu einem Date überreden, obwohl Ben rein äußerlich so gar nicht ihr Traummann ist.

Das Treffen steht anfangs unter keinem guten Stern, denn die Angebetete liegt mit einer Lebensmittelvergiftung im Bett. Doch Ben kehrt den Krankenpfleger heraus und kümmert sich rührend um die kranke Fremde. Das bricht bei Lindsey das Eis, denn eigentlich sucht die aufstrebende Karrierefrau nach einem Mann ihres Kalibers. Doch mit Ben lässt sich prima flirten. Nur ihre Freundinnen argwöhnen, dass an einem Traummann, der mit 30 noch Single ist, etwas nicht stimmen kann. Zunächst verneint Lindsey, doch als das Frühjahr beginnt und die neue Saison anbricht, macht Ben eine Kehrtwende um 180 Grad. Sein Herz scheint ab sofort nur noch für die Red Sox zu schlagen. Nicht genug also, dass seine gesamte Wohnung aussieht wie ein Souvenirshop, Ben benimmt sich in Gegenwart seiner Freunde mehr als kindisch und sagt sogar ein Wochenende in Paris zugunsten eines Basketballspiels ab. Jetzt hat Lindsey die Nase voll und beschließt, fortan wieder ohne Mann glücklich zu sein. So sieht sich Ben mit einer klassischen Wahl konfrontiert. Entweder Sport oder Liebe!

Filmkritik

Die Begeisterung, die insbesondere Männer für Sport empfinden, ist für Frauen und Nicht-Sportfans schwer nachvollziehbar. Da sitzen sie vorm Fernseher, feuern ihre Mannschaft an, fiebern, leiden und triumphieren. Bei Ben ist diese Begeisterung zum Lebensinhalt geworden. Er war mit 7 das erste Mal im Stadion und hat zwei lebenslange Sitzplätze geerbt. Ein Spiel zu verpassen ist für ihn undenkbar. Für Lindsey hingegen, die ihren Laptop sogar mit ins Stadion schleppt, um an der Karriere zu arbeiten, entwickelt Ben krankhafte Züge.
Aus dieser Hintergrundgeschichte hätte unter der Regie der Farrellys ("Unzertrennlich") ein unkonventioneller Kinofilm werden können. Aber ach, die Brüder haben sich für "Ein Mann für eine Saison" neu erfunden (wie es bei Musikern so schön heißt). Das einzig unkonventionelle an ihrem Film ist die Szene, in der sich Drew Barrymore beim ersten Date erbricht. Der Rest ist belangloses, vorhersehbares Geflirte. Daran ändern auch die Hauptdarsteller nichts, die beide enttäuschend blass bleiben. Drew Barrymore spielt etwas ähnliches wie in "50 erste Dates". An ihrer Seite agiert Jimmy Fallon, ebenso ausdrucksarm wie in "New York Taxi". Damit ist dem Ergebnis leider nichts vorzuwerfen, das heißt der Kinofilm reiht sich nahtlos in eine endlose Reihe belangloser Dutzendware ein. Selbst ohne Nick Hornbys Romanvorlage gelesen zu haben, ahnen Sie, dass hier viel Stoff verschenkt wurde. Den Vergleich mit der ersten Verfilmung "Fever Pitch" ("Ballfieber"), muss ich schuldig bleiben.

Fazit
Sticht aus der Masse weder positiv noch negativ hervor. Eine Empfehlung für Fans von Baseball und / oder Drew Barrymore.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "Fever Pitch"

Alterntiv-Titel: "The Perfect Catch"

Land: USA 2005

Laufzeit ca.: 98 Minuten

Kinostart / Filmstart: 27.10.2005

DVD-Start: 16.02.2006

Regie: Bobby Farrelly, Peter Farrelly

Drehbuch: Lowell Ganz

Schauspieler (Besetzung): Drew Barrymore (Lindsey Meeks), Jimmy Fallon (Ben), Jack Kehler (Al), Scott Severance (Artie), Jessamy Finet (Theresa)

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