Kinofilm

Das Haus der Dämonen - Kritik

The Haunting in Connecticut

Spukhäuser beziehungsweise von gequälten Seelen besetze Häuser gab es in Filmen schon oft. Etwas anders an dieser Fassung ist der Schwerpunkt Familiendrama. Ansonsten gibt es viel Klassisches zu sehen. Mehr dazu in der Filmkritik.

Der Kinofilm "Das Haus der Dämonen" beginnt damit, dass Sara Campbell (Virginia Madsen) ein Interview gibt. Sie lässt die schlimmen Ereignisse Revue passieren, die der Film als "basierend auf der wahren Geschichte" anpreist.
Matt Campbell (Kyle Gallner) ist an Krebs erkrankt. Lange Autofahrten zwischen Klinik und dem Wohnort der Familie sind notwendig, die Matts Gesundheit noch weiter belasten. Um es ihm ein bisschen leichter zu machen, mietet Sara entschlossen ein Haus, das näher an der Klinik liegt. Wegen der billigen Miete nimmt sie in Kauf, dass der alte Kasten früher mal einem Bestattungsunternehmer gehörte. Ihrem Mann verschweigt sie diesen Umstand zunächst.
Guten Mutes ziehen die Campbells in das ebenso große wie düstere Haus. Doch schon bald zeigt sich, es geht hier nicht alles mit rechten Dingen zu. In Spiegeln tauchen Schemen auf und Matt beginnt Dinge zu sehen. Der Arzt meint, dies könnte krankheitsbedingt sein, doch als Matt im Krankenhaus einen Geistlichen kennenlernt, findet er nicht nur einen Seelenverwandten. Der Mann erklärt, weil Matt an der Schwelle des Todes steht, wenden sich Seelen an ihn. Der Junge trägt dieses Geheimnis eine Zeit lang mit sich herum, doch die Geschehnisse im Haus werden immer drastischer und auch der Rest der Familie fängt an Geister zu sehen.
Eine Recherche in der Bibliothek bringt Licht ins Dunkel. Das Haus gehörte einst einem Nekromanten, der in dem Haus Séancen abhielt. Um die Kraft seines Mediums zu erhöhen, beginn er unaussprechliche Verbrechen. Und die missbrauchten Seelen warten noch heute auf ihre Befreiung - die ihnen der todgeweihte Matt bringen soll.

Filmkritik Das Haus der Dämonen

Der Kinofilm "Das Haus der Dämonen" ist wie ein klassischer Horrorfilm angelegt. Und er nutzt auch viele Elemente des klassischen Horrors. Das dunkle alte Haus, seltsame Geräusche, Geistererscheinungen. Zu Anfang macht er den Eindruck, als wolle er dem bewährten Strickmuster folgen, dass das Grauen langsam heraufzieht und sich dann zuspitzt. Doch dann schlägt die Handlung einen anderen Weg ein. Eine moderne Variante des Spukhauses inklusive Familiendrama und esoterischem Anstrich.
Es werden familiäre Probleme angerissen, wie dass der Vater ein Trinker ist. Zudem steckt die Familie in finanziellen Schwierigkeiten. Doch eine genauere Betrachtung der Problemstellungen bleibt aus. In der Folge kommt nie wirkliche Spannung auf, denn das Drama ist lahmer als eine Daily Soap und der Horror wird nur in homöopathischen Dosen verabreicht. Mutter Sara gibt die Kämpfernatur, die stets das Wohl ihres Sohnes im Blick hat. Ihre restlichen Kinder vergisst sie darüber. Zudem beschränkt sie der Film zu sehr in ihrer Ausdrucksmöglichkeit. Zu oft legt sie beschützend ihre Arme um den Sohn oder gleich alle Kinder. Der Vater trinkt wahrscheinlich aufgrund der Geldsorgen. Oder weil es das Geschehen dramatischer macht. Sohn Matt leidet sichtlich. Abwechselnd unter dem Krebs und unter den Seelen, die ihn quälen. Was die Seelen eigentlich von ihm wollen, bleibt bis zum Finale unklar. Das steigert die Spannung nicht, denn die Handlung scheitert beim Spannungsaufbau. So wird etwa der gesamte Hintergrund in einem Rutsch erklärt, statt in ihn in kleinen Happen zu servieren.
Neben der Spannung wird auch der Horror nicht konsequent bedient. In einer der (meist) albernen Sequenzen klappern Türen unaufhörlich oder eine junge Frau kämpft gegen einen Duschvorhang, der sie ersticken will. Da helfen auch die Übertreibungen nicht weiter. So hat der Nekromant nicht weniger als 100 Leichen verschwinden lassen ...

Fazit
Es ist mir Wurst, ob der Kinofilm "Das Haus der Dämonen" auf einer wahren Geschichte beruht oder nicht. Entscheidend ist, dass der Versuch ein bewährtes Thema mit Esoterik aufzupeppen misslang. Weder ist es ein Familiendrama noch ein Horrorfilm geworden. Die Rollen sind so weit so gut gespielt. Doch das rettet das vermurkste Drehbuch nicht.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: The Haunting in Connecticut

Land: USA / Kanada 2008

Laufzeit in Minuten ca.: 103

Kinostart / Filmstart: 02.07.2009

Regie: Peter Cornwell

Drehbuch: Adam Simon, Tim Metcalfe

Schauspieler (Besetzung): Virginia Madsen, Kyle Gallner, Elias Koteas, Amanda Crew, Martin Donovan, Sophi Knight, Ty Wood, Erik Berg, John Bluethner, D.W. Brown, John B. Lowe

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