In einer Zeit, nach unserer Zeit, die Polkappen sind geschmolzen und es gibt nach wie vor arme und reiche Länder auf der Erde, in dieser Zeit ist in den reichen Länder die Schwangerschaft sanktioniert, damit es nicht zur Übervölkerung kommt. Das ist die Stunde von Mechatronics, einer Firma die Roboter baut. Roboter als Servierhilfen, als Kindermädchen und als Liebesdiener und Liebesdienerinnen.
Henry ist bei Mechatronics angestellt und wird auserwählt einen neuen Typ Roboter zu testen. Das erste Roboterkind das nicht nur denken und fühlen kann, sondern auch lieben, dank "Künstlicher Intelligenz". Als Henry David nach Hause bringt, ist seine Frau Monica ziemlich entsetzt, denn ihr leibliches Kind Martin liegt im Koma. Zunächst ist Monica die stete, lautlose Anwesenheit von David ein Grauen, doch als David sie zum Lachen bringt ist das Eis geschmolzen und David als Sohn akzeptiert. David bekommt sogar Martins alten Teddy geschenkt, ein Supertoy das Laufen, Denken und Sprechen kann. Doch schon bald erwacht Sohn Martin aus dem Koma und beansprucht wieder seinen Platz in der Familie als Sohn. Von nun an sehen sich das echte Kind und das Roboterkind vor ein Problem gestellt: beide buhlen um die Liebe der Mutter. Dass Martin dabei die fieseren Tricks kennt und ausspielt um David in Misskredit zu bringen wundert nicht.
Erst als David Martin fast umbringt, weil er sich selbst in Lebensgefahr sieht, beschließen Henry und Monica, David muss weg. "Weg" bedeutet in diesem Fall er muss zurück gebracht werden in die Firma und zerstört. Doch noch auf dem Weg dorthin erliegt Monica ihrem weichen Herzen und setzt David nebst Teddy mitten im Wald aus. David fällt schon bald darauf in die Hände der Schergen die im Film das "Fleischfest" organisieren. Eine seltsame Zeremonie bei der ausrangierte Mechas (Roboter) in einem Kolosseum auf grausame Weise zerlegt werden. Entweder durch ein Feuerrad in einen Ventilator geschossen oder mit Säure übergossen ... Dieses Schicksal droht nun auch David, der mit vielen anderen Mechas in einem Käfig auf die Hinrichtung wartet. In letzter Minute kann er zusammen mit Joe, einem Liebes-Mecha entfliehen, denn der Moderator der Show bekommt Volkes Zorn zu spüren, als er einen Mecha in Kindergestalt hinrichten lassen will.
David flieht zusammen mit Joe nach Rouge City. Die Stadt der Liebe war früher Joes Stätte des Wirkens als Liebes-Mecha. Joe ist allerdings das Opfer einer Intrige und nun auf der Flucht. Weiterhin gibt es in Rouge City auch Dr. Know. Ein Hologramm das gegen Geld alle Fragen beantwortet. David erfährt, wo er die blaue Fee finden kann, die aus ihm einen echten Jungen macht, denn dann wird ihn seine Mutter lieben, so wie sie ihren Sohn aus Fleisch und Blut liebt. In einer wilden Flucht gelingt es Joe und David in einem Hubschrauber nach Manhattan zu gelangen, der versunkenen Stadt. Dort trifft David zwar zunächst nicht auf die blaue Fee, sondern seinen Erbauer. Der eröffnet ihm, das seine Flucht seit dem Zeitpunkt als er aus dem Kolosseum floh ein abgekartetes Spiel war. Die Erbauer wollten testen, wie David sich entscheiden würde.
In einem unbeobachteten Augenblick gelangt er in die Konstruktions-Hallen von Mechatron. Dort sieht er die anderen Davids die ihm folgen werden. Wie Schaufensterpuppen hängen die noch leblosen Hüllen dort sauber aufgereiht. Und auch Arlene, das Mädchen, das ihn aus dem Käfig im Kolosseum befreite, geht bereits in Serie. Der Schock sitzt tief, denn David ist so perfekt programmiert, dass er es nicht erträgt nicht geliebt zu werden und nicht einmalig zu sein. Er stürzt sich ins Wasser. Hier tief unten im Meer begegnet er endlich der blauen Fee. Doch bevor er sie bitten kann, endlich einen echten Jungen aus ihm zu machen, ergreift ihn eine Tentakel und zieht in aus dem Wasser. Joe zieht ihn in den Hubschrauber, doch ohne Vorwarnung wird Joe per Magnet in einen anderen Hubschrauber gezogen. Er schafft es gerade noch den Hubschrauber in dem David sitzt auf "tauchen" zu schalten, dann ist es aus mit ihm. David aber taucht ab und begegnet endlich seiner blauen Fee. Mit dem Helikopter als Tauchboot fährt er durch einen versunkenen Vergnügungspark und landet endlich vor der Figur der blauen Fee aus dem Märchen von Pinocchio. Noch während er sie anfleht, einen richtigen Jungen aus ihm zu machen, fällt das Riesenrad um und begräbt unter sich den Hubschrauber. David und Teddy sind gefangen.
2000 Jahre sitzen sie in ihrem Gefängnis - bis David von Außerirdischen befreit wird. Nun zerbricht sein Traum im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Figur der blauen Fee hat die 2000 Jahre nicht überstanden und zerbricht bei seiner Berührung. David ist untröstlich, denn er ist immer noch ein Roboter. Die Aliens aber haben Mitleid mit ihm und schaffen David ein Stückchen der versunkenen Welt aus seinen Erinnerungen wieder neu. So geschieht es, dass David in seinem alten Zuhause erwacht und verzweifelt seine Familie sucht. Doch die sind längst gestorben. Nun aber trifft David endlich die blaue Fee. Ein von den Aliens erzeugtes Hologramm oder eine Art Projektion. Doch auch diese blaue Fee kann David nicht zum Menschen machen. Nur wenn die Aliens einen Knochen, Fingernagel oder etwas vergleichbares finden, ein Stück DNA bekommen, dann können sie diesen Menschen für einen Tag wieder lebendig machen. Nicht länger denn die Zeitlinie eines jeden Menschen kann nicht erneut gelebt werden und nach dem geschenkten Tag stirbt der Mensch erneut.
David hat Glück, denn Martin hatte ihn einst dazu verleitet Monica nachts eine Locke abzuschneiden. Er verlor sie zwar damals, aber Teddy, das Supertoy, nähte sie in sich ein. Somit steht der Reanimierung von Monica nichts mehr im Weg. Allerdings ist für David ein Tag eine lange Zeit, denn an diesem Tag kann er all das nachholen was er noch nicht erlebte. Er hat einen Tag lang seine Mutter für sich, kann endlich seinen Geburtstag feiern und endlich kann seine Mutter ihm sagen, dass sie ihn liebt. Danach fällt sie in ewigen Schlaf und auch David geht das erste mal dorthin wo die Träume ihren Ursprung nehmen.
Filmkritik
Der Kinofilm "Künstliche Intelligenz A. I." ist Unterhaltungskino pur. Es werden keine Fragen aufgeworfen und keine tiefergehenden Dialoge geführt. Statt dessen setzt Regisseur Steven Spielberg ganz auf einfach zu interpretierende Bilder. Der Plot des Filmes erschöpft sich darin, dass das Roboterkind David menschlich werden möchte. Die Chance einen Diskussionsbeitrag zu leisten oder Denkanstöße zu geben, darauf haben Drehbuch und Regie vollends verzichtet.
Die Klischees sind erschlagend: David, ein Name Hebräischen Ursprunges bedeutet, "der Geliebte, Liebling". Der Name drückt aus, was David am meisten fehlt: Liebe. Die Liebe ist die Triebfeder für David. Seine einfache Rechnung: Wäre ich ein Mensch, bekäme ich von meiner Mutter Liebe. Doch bis zur letzten Filmszene wird David das ersehnte "ich liebe dich" nicht hören. David ist zwar ein durchschnittliches Kind, aber dennoch ein Kind wie aus dem Bilderbuch. Rein äußerlich kann Martin, der leibliche Sohn von Davids "Eltern" Monica und Henry nicht mithalten. Dafür hat er das, was David nie erreichen wird - er ist menschlich. Nach fünf Jahren aus dem Koma erwacht, kann Martin nur mit Hilfe von elektronischen Gehhilfen wieder laufen und rein äußerlich hat es den Anschein als sei Martin der Roboter und nicht David. Warum Martin solange im Koma lag? Die Frage ist im Film "Künstliche Intelligenz A. I." nebensächlich. Hauptsache der Bengel lag im Koma und erwacht im richtigen Moment wieder. Just nachdem Monica das Roboterkind David auf sich als Mutter geprägt hat. Das ist unauslöschbar; David kann nur noch in die Fabrik zurückgebracht werden und in seine Einzelteile zerlegt. Warum das so ist? Keine Ahnung. Diese Tatsache ist ebenso banal wie die fehlende Selbsterhaltung von David. Die Techniker haben einen perfekten Roboter geschaffen doch fehlt in der Programmierung eine Sperre die verhindert, das der Roboter jemals Nahrung aufnimmt die die technischen Eingeweide zerstört.
Auf der anderen Seite gibt es im Film weibliche Liebesroboter die sicherlich mit Körperflüssigkeiten in Berührung kommen ohne daran Schaden zu nehmen. Teddy, das Supertoy, spricht mit einer Stimme als spräche jemand in die Kloschüssel und erinnert stark an das typische Disney-Tier, das in jedem Zeichentrickfilm von Disney den menschlichen Hauptdarsteller begleitet. Zudem ist Teddy immer da, wenn David ihn braucht. Weil David Martins Leben gefährdet, setzt ihn Monica kurzentschlossen ins Auto. Doch nachdem sie die Fabrik, in der David zerlegt werden würde, fast erreicht hat, wendet sie und setzt David im Wald aus. Diesem einschneidenden Entschluß gehen keine tiefschürfenden Dialoge voran. Wozu auch Schauspieler komplizierte Dialoge sprechen lassen? Spielberg lässt Bilder sprechen. Und was zielt mehr auf die Tränendrüse ab als ein einsames Kind im Wald, das nur seinen Teddy als Beschützer hat? Ja, Spielberg weiß, wo er den Hebel ansetzen muss und greift tief in die Kitsch-, Klischee- und Tränendrüsendrücker-Kiste.
Kurz nachdem David verstoßen wurde, trifft er auf viele andere ausgediente und von Menschen weggeworfene Mechas (von mechanisch). Aber die Freude nicht alleine zu sein währt nicht lange, denn das Fleischfest steht an. Dazu werden Mechas ohne Lizenz von sadistischen Jägern auf Motorrädern gejagt und in einem Kolosseum auf bestialische Art und Weise zu Elektronikschrott verarbeitet. Um den trivialen Kitsch die Krone aufzusetzen, spielt dazu im Hintergrund eine Hardrockband und die Zuschauer auf den Rängen kaufen Erdnüsse.
Nun sitzt David mit den anderen Mechas im Käfig und wartet auf seine Hinrichtung. Der Moderator der Show, wirft schnell ein Bibelzitat ein: "Wer von euch ohne Mecha ist, der werfe den ersten Stein!" Doch das wird ihm zum Verhängnis. Bildlich wird er von der Menge gesteinigt, aber nur mit Erdnusstüten. Doch der Kitsch ist noch nicht ausgestanden, es soll noch schlimmer kommen. Zunächst gelingt Teddy, dem Supertoy mit der Klostimme, David und Joe die Flucht. Joe ist ein Liebesroboter und in eine böse Falle geraten. Ein eifersüchtiger Ehemann hat seine Frau umgebracht und Joe die Schuld in die Schuhe geschoben. Nun ist Joe auf der Flucht. Gemeinsam flieht das Trio nach Rouge City, Joes angestammten Arbeitsplatz.
Von Doctor Know erfährt David, dass die blaue Fee, die er sucht, in der Stadt der weinenden Löwen zu finden sei. Diese Stadt ist Manhattan, die seit der Schmelze der Polkappen zum größten Teil unter Wasser liegt. Flugs kapert David einen Hubschrauber und die drei fliegen hin. Hier erfüllt sich David ein alter Menschheitstraum. Er begegnet seinem Schöpfer. Aber für David hat es einen bitteren Beigeschmack, denn er muss einsehen, dass er nicht einzigartig ist, wie er zunächst glaubte. In den Fabrikationshallen warten schon viele weitere Davids auf ihre Aktivierung. Damit nicht genug, der Film findet und findet kein Ende. Erst noch muss David der Figur der blauen Fee im versunkenen Vergnügungspark begegnen, einfrieren, 2000 Jahre warten (jaja, das Jahr 2000-Problem), dann tauen ihn Außerirdische auf und es folgen Szenen, da könnte einem vor lauter Kitsch das Cola wieder hochkommen. Zum Beispiel Außerirdische die aussehen wie das Glitzer-Wetgel. Doch ehe ich mir die Haare endgültig raufe, muss ich mir noch ansehen wie David seiner geliebten Mutter Kaffee kocht und diese im Bett die erste Tasse Kaffee genießt.
Wie gut, dass die Außerirdischen Monica für einen Tag wieder lebendig machen können. Das hat viel schönes, das ist harmonischer als jede deutsche Kaffeewerbung und hat ebensoviel Tiefgang. Dazu werden von Pseudo-Außerirdischen Pseudo-Philosophien vom Sinn des Lebens an den Wetgel-Händen herbeigezogen. Zerstört wird jede Hoffnung von intelligenten Lebensformen außerhalb der Erde. Oder war es intelligentes Leben in Hollywood? David bekommt zum guten Schluss seinen Geburtstagskuchen und der Tag geht ganz langsam zu Ende. Toll, das die Mutter sich an nichts erinnern kann, aber David trotzdem so richtig dolle liebt hat, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat. Und dann geht sie hinaus in den Wald Futter zu holen. Nein. David darf nun, ganz menschlich, die Augen schließen und zum ersten Mal träumen ...
Filmkritik: Thomas Maiwald
Credits
Original Film-Titel: "A.I. - Artificial Intelligence"
USA 2001
Laufzeit ca. 146 Min.
Kinostart: 13.09.2001
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Steven Spielberg
Schauspieler (Besetzung): Haley Joel Osment (David), Jude Law (Joe), Frances O'Connor (Monica Swinton), Brendan Gleeson (Lord Johnson-Johnson), Sam Robards (Henry Swinton), William Hurt (Professor Hobby), Jake Thomas (Martin Swinton), Ken Leung (Syatyoo-Sama), Michael Mantell (Dr. Frazier)