Kinofilm

Kleine Missgeschicke - Kritik

Sma Ulykker / Minor Mishaps

Mit dem Tod der Mutter kommt Bewegung in den Rest der Familie. Vater John, der Witwer, stürzt sich in die Arbeit um den Tod seiner Frau zu verwinden. Tochter Marianne rückt näher an den Vater heran, Tochter Eva leugnet jegliche Trauer, Sohn Tom beweist sich als cholerischer Vater und Onkel Sören pflegt dem Nichtstun nachdem er in Frührente ging.

Filmkritik

Schicksale, die man aus dem Alltag zu kennen glaubt. Aber, jetzt kommt der Kunstgriff: In Annette K. Olesens Kinofilm "Kleine Missgeschicke" sind die Darsteller eher der Psychiatrie als dem Alltag entsprungen. Tochter Marianne ist fast debil und übermäßig gehemmt. Für ihren Lieblingssatz "Ich möchte jetzt nicht darüber reden", hätte ich ihr gerne in den Hintern getreten. Ihre Schwester Eva hat die Realitäten der Welt verlassen als sie sich für ein Leben als Künstlerin entschied. Bruder Tom hat außer der Karriere in seiner Firma nicht viel im Sinn. Seine Kinder erzieht er mit Sätzen wie "Wenn ihr nicht ruhig seid, breche ich euch beide Arme!" (Seine Ehefrau erscheint nur als Statistin.) Vater John spielt nicht für die Kinder auf der Krankenstation den Clown, sondern versucht derart auch Konflikte im Privatleben zu lösen. Sein Bruder Sören pflegt das Nichtstun und bringt damit seine Frau zur Verzweiflung. Als die sich in eine Affäre stürzt, weist er ihr alle Schuld zu und sieht die Angelegenheit schwarzweiß: die Ehefrau als Sünderin und fertig.

Kritik: Dass diese "Gestalten" zusammentreffen und für über 100 Minuten über die Leinwand geistern, muss man mögen - ansonsten ertragen. Der Zuschauer braucht schon ein gutes Nervenkostüm um diese eindimensionale Darstellung der geballten Ladung an Neurosen und Beziehungsunfähigkeiten hinzunehmen. Vielleicht habe ich auch alles falsch verstanden und es ging um einen Tag der offenen Tür in der Psychiatrie? Hart am Dogma. Nicht ganz Dogmafilm, aber ebenso unerträglich. "Kleine Missgeschicke" ergeben halt in der Summe großen Mist - ich freue mich wieder auf so richtig triviales, anspruchsloses amerikanisches Unterhaltungskino!
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "Sma Ulykker / Minor Mishaps"

Dänemark 2001

Laufzeit ca. 109 Min.

Regie: Annette K. Olesen

Kinostart / Filmstart: 10.02.2002

Drehbuch: Kim Fupz Aakeson

Schauspieler (Besetzung): Jorgen Kiil (John), Maria Würgler Rich (Marianne), Jannie Faurschou (Eva), Henrik Prip (Tom), Jesper Christensen (Sören)

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