Games

Wildlife Park - Test

Das Spiel
Genre: Simulation
Entwickler: -
Verlag: Deep Silver
System:
VÖ: 15.04.2003
USK: 0, freigegeben für Alle
Hier klicken und kaufen bei Amazon.de

Systemvoraussetzungen: Windows 95/98/ME/2000/XP, Pentium II 500 MHz (1 GB empfohlen), 128 MB RAM (256 MB empfohlen), 800 MB freier Festplattenspeicher, 4-fach CD-ROM-Laufwerk, 4 MB-Grafikkarte mit 16-Bit Farbtiefe, Maus, Tastatur, Soundkarte (empfohlen).

Das Programm kommt in einer schönen Schachtel in den Handel, die mit ihrem Bambus-Dekor gleich die richtige Stimmung von Dschungel und Abenteuer weckt. Damit das Abenteuer dann reibungsarm funktioniert, beginnt das Spiel mit mehreren Trainingslevels. Angefangen bei Adam und Eva, also dem Aufrufen, Speichern, Drehen, Zoomen und so weiter bis hin zur Errichtung von Gehegen und der Pflege der Tiere reicht das Training und vermittelt Schritt für Schritt den Aufbau eines komplexen Parks.
Während des Spiels können jederzeit Informationen über die Tier-Gattung und ihre Bedürfnisse abgerufen werden. Viele Tiere wollen Kampfspiele machen, springen oder schwimmen. Zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse steht eine breite Palette an Ausstattung zur Verfügung. Verschiedene Futtergeräte für Früchte, Körner, Fisch und Fleisch, Kratzbäume, sogar ein Trampolin fürs Springen steht bereit. Erst wenn die Tiere rundum zufrieden sind, pflanzen sie sich fort und überzählige Exemplare können verkauft werden.

Ausschlaggebend für die Zufriedenheit sind die Ausstattung des Geheges, also der Boden, Hügel oder Flachland, Wasserfläche oder trockenes Land beziehungsweise Land und Wasser. Per Terraformer werden die Landschaften an die Bedürfnisse der Tiere und der Besucher angepasst. Die Besucher flanieren gerne über Hügel und Täler oder balancieren auf Hängebrücken über künstliche Seen. Wer möchte, legt künstliche Wasserfälle und Flussläufe an. Jede Tierart bevorzugt eine bestimmte Bepflanzung des Geheges. Pinguine zum Beispiel benötigen eine Schneekanone, damit Schnee und Eis nicht wegschmelzen. Für Regentage gibt es Aquarien, Terrarien und Insektarien, die die Besucher bei Einsetzen eines Regenschauers gerne aufsuchen. Gerade in regenreichen Gebieten ist der Betrieb von solchen Attraktionen Pflicht.
20 verschiedene Klimazonen, mit unterschiedlichen Herausforderungen sorgen für Abwechslung. Je nachdem ob das Klima warm, kalt, trocken oder nass ist, muss der Park angepasst werden. Insgesamt stehen 45 Tierarten zur Verfügung, die allesamt naturgetreu animiert wurden und sich realitätsnah bewegen. Sie springen, laufen, schwimmen, machen Kampfspiele etc. Auch die Laute der Tiere wirken realistisch. Natürlich haben nicht alle Tiere für die Besucher dieselbe Attraktivität, aber die sehr attraktiven Tiere sind oftmals auch sehr teuer und können erst später angeschafft werden.

Allerdings haben nicht nur die Tiere Bedürfnisse. Besucher verlangen eine abwechslungsreiche Wegführung. Sie wollen Informationen über die Tiere abrufen können, verlangen nach Nahrung, Getränken, Souvenirs. Frauen, weiß das Spiel, telefonieren besonders gerne und nicht nur deshalb gib es auch Telefonzellen und Geldautomaten, damit die Besucher kräftig Geld ausgeben können. Mangelt es dem Park an Attraktivität, weil es zu wenig Tiere gibt, oder die Tiere unzufrieden sind, meiden die Besucher den Park. Ebenso wirken zu hohe Eintrittsgelder abschreckend.

Um den Park wirklich am Leben zu halten, müssen bestimmte Faktoren erfüllt sein. Es braucht ausreichend Personal - und natürlich das richtige Personal. Dabei haben die Angestellten Zuständigkeitsbereiche, das heißt, sie arbeiten in einem bestimmten Umkreis um ihr Gebäude herum. Diese Fläche kann in vorgegebenen Schritten variiert werden; eine Anpassung an einzelne Kacheln gibt es nicht. Fehlt ein Handwerker, der die Zäune repariert, dann brechen die Tiere irgendwann aus, weil der Zaun nachgibt, aber in dem Fall verlassen die Besucher nur den Park - blutige Zusammenstösse gibt es nicht, auch nicht wenn Fleischfresser und Pflanzenfresser sich ein Gehege teilen. Tierpfleger halten die Gehege sauber, die Müllabfuhr sorgt für Sauberkeit und das Leeren der Abfalleimer, Wachleute halten Demonstranten draußen, oder vertreiben sie. Der Gärtner wässert und pflegt die Blumenbeete, Grünflächen und Bäume - das Fehlen eines Gärtners macht sich schnell durch vertrocknete Pflanzen bemerkbar. Die Zufriedenheit der Angestellten, Tiere und Besucher wird laufend angezeigt. Weitere Informationen geben die Besucher durch ihre Gedanken preis. So gelingt es schnell, die Schwachstellen des Parks aufzuspüren und den Park zu verbessern.

Fazit

"Wildlife Park" ist anspruchsvoller als das ähnliche "Zoo Tycoon". Wer Pech hat, macht die Bekanntschaft mit Demonstranten, die das Wachpersonal verjagen muss oder verhungernden Tieren. Die Finanzen sind nicht immer leicht in den Griff zu bekommen, denn die Besucher erwarten einen attraktiven Park und zahlen kurz nach der Eröffnung nur niedrige Eintrittspreise. Ein Wermutstropfen des Spiels ist die langsame Anlaufphase. Nach der Gründung eines neuen Parks muss man sehr umsichtig mit dem Geld Haus halten, denn die Kosten für den laufenden Betrieb fressen das Grundkapital schnell auf. Hier muss sich der Spieler möglichst genau an die Vorgaben des Spiels halten, die er im Tutorial erlernt. Bestimmte Pflanzen, Tiere und Kunstgegenstände sind besonders beliebt, was Sterne anzeigen. Wenn es bei Regenwetter kein Aquarium oder Insektarium gibt, dann gehen die Besucher und Einnahmen bleiben aus. Andererseits kann ein zu früh gebautes Aquarium den Park in den Ruin treiben, weil der Unterhalt die Einnahmen übersteigt. Hier wäre eine zweite noch schnellere Beschleunigung für die Zeit wünschenswert.

Der Spieler sieht aus der isometrischen Draufsicht auf den Park und kann die Ansicht drehen. Zwei Zoomstufen ermöglichen Hinein- und Hinauszoomen. Der Auflösung fehlt es an Feinkörnigkeit. Es gibt nur wenige unterschiedliche Besucher, die spärliche Gestik zeigen. Die Animation der Tiere wiederum wirkt lebensecht und viele kleine Gags erfreuen das Auge. Über Müll und Kot kreisen Fliegen, Tierbabys haben eine andere Farbe als ausgewachsene Tiere, die Angestellten des Parks gehen ihrem Tagewerk nach. Der Handwerker geht dann und wann auch auf Tauchstation und repariert Plexiglaswände von Bassins von innen. Der Müllmann schwimmt auf seiner fahrbaren Tonne durchs Gewässer. Vernachlässigte Pflanzen und Beete verwelken und erblühen unter dem grünen Daumen des Gärtners wieder neu. Durch den höheren Schwierigkeitsgrad ist "Wildlife Park" nicht so einfach zu knacken wie "Zoo Tycoon", bietet dafür allerdings den besseren Langzeitspaß und dank des hohen Wuselfaktors macht es Spaß den Park zu beobachten.
Thomas Maiwald

Wertung in Prozent: 80

Wildlife Park



Anzeige
Einkaufen bei Amazon.de

Copyright Texte, Bilder, Clipart: 2001 - 2015 Filmhai.de oder Lizenzgeber, falls angegeben
Impressum Datenschutz