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NIBIRU Der Bote der Götter - Test

Das Spiel
Genre: Adventure
Entwickler: Future Games
Verlag: dtp
System:
VÖ: 21.03.2005
USK: 12, freigegeben ab zwölf Jahren
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Systemvoraussetzungen: Windows 98/2000/ME/XP, Pentium III 800Mhz oder Äquivalent, 128 MB RAM, 16-fach CD-ROM Laufwerk, 32MB DirectX-kompatible Grafikkarte, DirectX kompatible Soundkarte, 2GB freier Festplattenspeicher, Maus / Tastatur / Lautsprecher

Alte Kulturen, Prophezeiungen und fremde Länder sind Lieblingszutaten für PC-Abenteuer. Der Erstling von Future Games / Unknown Identity. "Black Mirror" überzeugte als Horroradventure mit einer düsteren Geschichte, die den Spieler immer tiefer ins Geschehen zog. Die tschechischen Programmierer legten damit die Messlatte für kommende Abenteuer hoch. Umso gespannter erwartete ich ihren Nachfolger.
Ihr zweites Spiel "Nibiru - der Bote der Götter" nutzt zwar die Grafikengine des Vorgängers, ist jedoch komplett anders konzipiert. Der Archäologiestudent Martin Holan wird von seinem Onkel in geheimnisvolle Ermittlungen eingeweiht, die Nazis, den zwölften Planeten Nibiru, alte Tunnel und die Kultur der Maya zusammenbringen. Eine spannende Ausgangslage - deren Fortgang enttäuscht.

Dass ausgerechnet das Dritte Reich den Stein des Anstoßes geben muss, empfinde ich als zu effektheischend. Ein geheimnisvoller Informant und nebulöse Hintergründe, wirkten überzeugender. Was schlimmer wiegt: Dem Abenteuer fehlt die Vielschichtigkeit und es bleibt den packenden Moment schuldig. Die Handlung wirkt, als hätten die Autoren nach Fertigstellen der Rahmenhandlung ihre Arbeit eingestellt. Den Charakteren fehlt eine Vergangenheit ebenso wie Tiefzeichnung, dunkle Seiten oder Geheimnisse. Sie stehen formal in Verbindung, ohne untereinander Beziehungen zu entwickeln. Martin und sein Onkel behandeln einander wie Fremde, statt wie Verwandte. Seltsam, wie gleichmütig der Held den Tod des Onkels und die anderen Morde hinnimmt. Nicht mehr nachvollziehbar ist sein Handeln im Dschungel. Dort übergibt er einem neuzeitlichen Grabräuber als Lohn für seine Hilfe alte Maya-Artefakte. (Haben die Entwickler vergessen, dass der Held Archäologe ist?) Das Ende der Geschichte schließt die Handlung ab, erklärt dabei alles bis dahin Geschilderte als beliebig. Unter der nur angedachten Geschichte leiden auch die Spieltiefe und die atmosphärische Dichte, die nicht ansteigen, sondern eine Etappenwanderung mit flacher Spannungskurve bleiben.

Der Held wird bequem per Maus gesteuert, wobei der Mauszeiger die möglichen Optionen / Interaktionen anzeigt. Fundsachen sind leicht erkennbar, pixelgenaues Absuchen des Bildschirms entfällt. Kleiner Luxus: Alle Ausgänge eines Ortes zeigt das Spiel auf Tastendruck. Per Doppelklick wechselt der Held zum nächsten Bildschirm. Laufen kann er hingegen nicht. Egal wie brenzlig die Lage auch ist, er legt immer nur den ersten Gang ein. Die Speicherfunktion arbeitet frei. Gut gelöst: Sollte der Held sterben, setzt das Spiel automatisch kurz vor dem Unfall wieder an.

Die Rätsel entsprechen dem eines klassischen Abenteuers. Zeugen befragen, Gegenstände einsammeln, Türen öffnen, alte Mechanismen in Gang setzen und Puzzle lösen. Die Lösungswege sind streng linear. Nach einem Gespräch beispielsweise sind einige Gegenstände dann doch aufnehmbar. Einzelne Abschnitte können erst verlassen werden, nachdem alles gelöst wurde. Das ist hilfreich, macht das Durchspielen allerdings schon fast zu einfach, denn der Schwierigkeitsgrad ist durchgehend leicht. Gegenstände werden nur selten kombiniert - wenn, dann recht logisch, wie das Gips mit Wasser angerührt werden muss. Um die Ecke denken entfällt; nur die Puzzle erfordern etwas Gehirnakrobatik.
In der Summe fehlt es an den Aufgabenstellungen an Bandbreite wie an Quantität, wenige Mechanismen werden wiederholt, aufwendig erdachte Aufgabenstellungen entfallen. Zu oft ersetzen Laufereien das Raten. Diese Rätsel wirken ärgerlich gestreckt: Zum Beispiel das Wasser-Rätsel in Mexiko, das viele Klicks notwendig macht. Auch vor den Tunneln in Prag folgt ein Botengang auf den nächsten. Im Tunnel muss fast immer zweimal geklickt werden, um Interaktionen freizuschalten. Diese Marotte unterlässt das Spiel im Folgenden wieder.

NIBIRU Der Bote der Götter
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