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Dracula 3 - Der Pfad des Drachen - Test

Das Spiel
Genre: Adventure
Entwickler: Kheops
Verlag: Microids
System:
VÖ: 14.08.2008
USK: 12, freigegeben ab zwölf Jahren
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Systemvoraussetzungen: Minimale Systemvoraussetzungen: Windows 98 / 2000 / XP / Vista. 800 MHz Intel Pentium III, 128 MB RAM. 4 GB HDD. 16fach DVD-ROM-Laufwerk. 64 MB DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte. DirectX 9.0c kompatible Soundkarte.
Empfohlene Systemvoraussetzung: Windows 2000 / XP / Vista. 1 GHz Intel Pentium IV, 256 MB RAM. 4 GB HDD. 16fach DVD-ROM-Laufwerk. 128 MB DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte. DirectX 9.0c kompatible Soundkarte.

Wenig zu mäkeln gibt es an der Grafik. Sie gibt das Geschehen stimmungsvoll wieder. Der Friedhof liegt in ständigem Dämmerlicht. Die Ruine des Schlosses des Zwielichts wird abends besichtigt und ist geradezu malerisch verfallen. Gespart wurde allerdings an der Zahl der Handlungsorte. So beschränken sich die Ermittlungen auf das wiederholte Abklappern bekannter Orte. Die wiederum mangels Leben und Bewegung im Bild wie tot wirken. Die Anzahl der vorkommenden Personen ist zu überschaubar. Zudem fand ich es lästig, dass einige Figuren nach dem Ansprechen erst verharren, dann schauen und gemütlich auf die "Kamera" zugehen.

Schön gedacht ist die Galerie. In der können nach dem Durchspielen insgesamt 39 Filmsequenzen angesehen werden. Darunter auch das Filmchen, in dem die Tür des Schlosskellers aus den Angeln fällt oder wie Arno sich die Hände wäscht. Apropos: Der Geistliche steht unter einem inkonsequenten Waschzwang. Die Begründung für das Händewaschen lautet, dass medizinische Geräte nie mit schmutzigen Händen angefasst werden sollen. Vollkommen richtig. Aber wozu die Hände reinigen, wenn die Geräte mit unsterilem Leitungswasser ausgewaschen werden? Zurück zur Technik: Weshalb die maximale Bildschirmauflösung bei 1024 x 768 Pixeln liegt, leuchtet in Zeiten von Flachbildschirmen nicht ein. Hier bleibt nur die Möglichkeit das Bild bei größerer Bildschirmauflösung zu skalieren, wodurch es an Schärfe verliert, oder mit zentrierter Anzeige, also mit einem dicken Trauerrand zu spielen.

Hinsichtlich der Sprecher bin ich sicherlich empfindlicher als die meisten anderen Spieler. Bei "Dracula 3 - Der Pfad des Drachen" wurden alle Dialoge von professionellen Sprechern vertont. Das ist lobenswert. Ziemlich enttäuscht bin ich allerdings von der Qualität der Sprachaufnahmen. Einzelne Stimmen, wie zum Beispiel Maria, rattern die Dialoge lieblos herunter. Und auch die Hauptfigur passt stimmlich selten zur Situation.

Fazit

"Dracula 3 - Der Pfad des Drachen" macht den Eindruck, als fehle der letzte Schliff. Stichworte: Zu viel Hilfe, abstrakte Rätselstellungen, Dokumenten-Überfülle. Des Weiteren haben es die Entwickler nicht geschafft, die Geschichte zu verdichten. So gibt es den Handlungsstrang Thule-Gesellschaft. Wiederholt tauchen Hinweise und Dokumente über sie auf. Wobei das Studium der Unterlagen zum Lösen der Rätsel nicht nötig ist - was der Spieler erst nach Beendigung des Spiels erfährt, denn bis zum Endvideo, dass die Verwicklung auflöst, bleibt die Gesellschaft nebulös.

Doch auch an anderen Stellen fehlt die rechte Ausarbeitung. Lange Zeit bringt das Spiel Argumente, die Vampire als existent beziehungsweise als Aberglauben darstellen. Erst im letzten Kapitel nimmt das Spiel eine klare Position ein, indem Dracula auftritt. Schade, denn es wäre spannender gewesen, wenn am Ende beide Möglichkeiten offenblieben. Oder aber das gesamte Spiel über Dracula im Mittelpunkt stände - anstatt den Spieler erforschen zu lassen, wie Vlad Tepes zu Dracula wurde.

Hinsichtlich der Technik gaben sich die Entwickler Mühe, es gibt beispielsweise die Möglichkeit, für mehrere Spieler ein Profil anzulegen. Die Grafik ist stimmungsvoll, aber ohne Bandbreite. Ihre fixe Bildschirm-Auflösung veraltet.

Wirklich begeistert hat mich "Dracula 3 - Der Pfad des Drachen" nicht. Dafür hielt mich das Spiel zu sehr auf Distanz. Vater Arno erhält beispielsweise einen Drohbrief, in dem man ankündigt, ihn und die Frau, die er offensichtlich begehrt, umzubringen. Darauf zeigt er keinerlei Reaktion. Ebenso wenn er eine andere Spielfigur betäubt in einem Sarg liegend vorfindet. Der Mann ist zwar undurchschaubar, aber da er noch lebt braucht er Hilfe. In diesen Fällen (wie fast im gesamten Spiel) zeigt Arno keine zu erwartende Reaktion; beziehungsweise etwas, dass ihn mir als Menschen nahe bringt. Der Drohbrief bleibt unkommentiert, der Hilfebedürftige wird gesegnet und sich selbst überlassen. Insgesamt ist die Atmosphäre stimmig, jedoch gleichzeitig unspezifisch. Dass der Titel mit Dracula wirbt, und ihn erst im letzten Kapitel auftreten lässt, ist nur eine der vielen Eigenwilligkeiten.
Thomas Maiwald

Wertung in Prozent: 60

Dracula 3 - Der Pfad des Drachen
Dracula 3 - Der Pfad des Drachen
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Dracula 3 - Der Pfad des Drachen



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