Kinofilm

Eine Affäre in Paris

Le Divorce

Isabel Walker (Kate Hudson) ist auf dem Weg nach Paris um ihre schwangere Schwester zu besuchen. Sie erreicht ihre Schwester Roxy (Naomi Watts) in dem Moment, in dem Roxy von ihrem Ehemann verlassen wird. Isabel steigt aus dem Taxi aus und Charles-Henri (Melvil Poupaud) entschwindet mit demselben Taxi. Dass Roxy hochschwanger ist, scheint Charles-Henri wenig zu kümmern.

Da Isabel nun länger als geplant in Paris bleiben wird, nimmt sie einen Job bei der amerikanischen Schriftstellerin Olivia Pace (Glenn Close) an. Die bricht gerade ihre Zelte in Paris ab und braucht Hilfe beim Archivieren. In Olivias Wohnung lernt Isabel den schüchternen Yves (Romain Duris) kennen, den sie kurzerhand ins Bett zieht. Doch ihr sexueller Appetit ist damit noch nicht gestillt. Sie lässt sich parallel dazu auf eine Affäre mit dem Politiker Edgar (Thierry Lhermitte) ein. Diese Affäre sorgt für Zündstoff, denn Edgar ist der verheiratete Bruder von Roxys Schwiegermutter. Die lebenslustige Isabel lässt sich für Edgar sogar eine "Mutti-geht-wieder-arbeiten-Frisur" verpassen. Im Gegenzug erhält sie von Edgar eine sündhaftteure Handtasche (wie sie Edgar jeder Geliebten schenkt). Am Ende, nachdem sich Isabel in Edgar verliebt hat, lässt er sie fallen wie eine heiße Kartoffel. Zum Abschied schenkt er ihr noch ein Halstuch - so wie er es damals auch mit Olivia Pace machte ...
Edgars Schwester, die überkandidelte Suzanne de Persand (Leslie Caron), kann natürlich nicht dulden, dass ihr Bruder eine Affäre mit einer so viel jüngeren Frau hat. Zudem ist Isabel schließlich die Schwester von Roxy und von Roxy möchte sich Suzannes Sohn Charles-Henri scheiden lassen. Natürlich nicht ohne Roxy um ein wertvolles Gemälde zu erleichtern. Dieses Gemälde hat Roxy im Kino-Film zwar mit in die Ehe gebracht, doch Suzanne de Persand findet bestimmt eine Möglichkeit um das Gemälde in den Besitz der Familie zu bringen. Als Roxys und Isabels Eltern in Amerika von den Verwicklungen und der "Affäre in Paris" informiert werden, fliegt augenblicklich der Rest der Familie nach Paris. Mit vereinten Kräften wird nun um das Bild gestritten. Damit nicht genug, fühlt sich Roxy von einem Mann verfolgt. Das ist keine Einbildung sondern der Gatte von Charles-Henris neuer Freundin. Der lässt sich nicht ungestraft Hörner aufsetzen und trachtet Charles-Henri wie auch Roxy nach dem Leben. Auf dem Eiffelturm kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall. Ende gut, alles gut: Roxy wird das Gemälde behalten. Obendrein lernt sie noch den smarten Rechtsanwalt Maitre Bertram (Jean-Marc Barr) kennen. Der ist bereit sie vor Gericht zu vertreten oder ihr im Film bei der einen oder anderen Sache zur Hand zu gehen ...

"Eine Affäre in Paris" ist ein ausgesprochen gediegener Kino-Film mit einer sehr ruhigen Handlung. Der Spannungsbogen gleicht einer Geraden und zieht sich ohne große Höhen oder Tiefen durch den Film. Kate Hudson, die als Roxys Schwester als Nebenrolle eingeführt wird, spielt sich im Lauf des Films gekonnt in den Vordergrung. Die Erzählung bekommt auf dem Eiffelturm eine dramatische Einlage, die konstruiert wirkt und aus dem Rest der Handlung herausfällt. Hauptsächlich erzählen die Schauspieler eine Film-Handlung, die stark an eine Literaturverfilmung erinnert, allerdings nicht die Vielschichtigkeit eines Buches aufbietet, sondern sich auf zu viele Nebenschauplätze verteilt. Die de Persands verkörpern die Rolle, die sonst der britischen Oberschicht zufällt. Ihr Pendant könnten unkultivierte Amerikaner sein, doch Roxy und Isabel stammen ebenfalls aus der Oberschicht, wenn auch der amerikanischen.
Isabel geht eine Affäre mit einem älteren Mann ein, der nur solange an der jungen Frau interessiert ist, bis sie sich in ihn verliebt. In dem Moment erlischt sein Jagdtrieb als auch sein Interesse. Ihr zweiter Liebhaber versteht Isabels Motivation nicht (mir war die amerikanische Isabel ebenfalls sympathischer). Dazu mischen sich Streitigkeiten um das wertvolle Gemälde, das Roxy mit in die Ehe brachte. Doch Ende gut, alles gut.
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "Le Divorce"

USA 2003

Laufzeit ca. 117 Min.

Kinostart / Filmstart: 15.01.2004

Regie: James Ivory

Drehbuch: Ruth Prawler Jhabvala, James Ivory

Romanvorlage: Diane Johnson

Schauspieler (Besetzung): Kate Hudson (Isabel Walker), Naomi Watts (Roxeanne de Persand), Leslie Caron (Suzanne de Persand), Jean-Marc Barr (Maitre Bertram), Stockard Channing (Margeeve Walker), Glenn Close (Olivia Pace), Romain Duris (Yves), Stephen Fry (Piers Janely), Samuel Labarthe (Antoine de Persand), Thomas Lennon (Roger Walker), Thierry Lhermitte (Edgar Cosset), Daniel Mesguich (Expert des Louvre), Matthew Modine (Tellman), Bebe Neuwirth (Julia Manchevering), Melvil Poupaud (Charles-Henri de Persand)

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