Elles Freundinnen haben ihr für die bevorstehende Hochzeit ein Fotoalbum zusammengeklebt. Lustigerweise braucht eine der Freundinnen dafür einen Volkshochschulkurs, denn sie verschluckt schon mal Teile des Luftschlangen-Sprays. Das pinkfarbige Album wird gleich zu Beginn des Films durchgeblättert und streift einige Stationen des Films "Natürlich Blond". Elle und Emmett wollen heiraten; ganz amerikanisch im Football-Stadion. Weil bei der Hochzeit alle Verwandten anwesend sein sollen, beauftragt Elle den besten Detektiv des Staates um die Mutter ihres Hundes Bruiser zu finden.
An ihrem Arbeitsplatz erhält Elle kurz darauf das Ergebnis der detektivischen Nachforschungen. Es ist ausgerechnet der Tag, an dem Elle mit ihrer Beförderung rechnet. Ihr schwuler Kollege und die anderen Frauen des Büros haben bereits Elles Büro mit Luftballons geschmückt. Bevor Elle ihre Beförderung entgegennimmt, fährt sie zu "V.E.R.S.A.C.E." die Sicherheitsbeamtin will sie nicht reinlassen, auch nicht nach dem Vorzeigen ihrer VERSACE-Kundenkarte, für die Frau auf mindestens fünf verschiedenen Kontinenten eingekauft haben muss. Bruiser macht sich selbstständig und Elle läuft ihm nach. Als Elle durch das Fenster der Tür sehen kann, versteht auch Elle endlich, dass "V.E.R.S.A.C.E" nichts mit VERSACE zu tun hat, denn sie befindet sich in einem Labor für Tierversuche. Natürlich rücken die Angestellten Bruisers Mutti nicht einfach heraus. Zurück im Büro erfährt Elle, "V.E.R.S.A.C.E." ist Klient ihrer Kanzlei. Sie hält ein flammendes Plädoyer gegen Tierversuche und wird entlassen. Deshalb reift in Elle die Idee nach Washington zu fahren und ein Gesetz gegen Tierversuche zu erlassen.
In Washington wird Elle von der Kongressabgeordneten Victoria Rudd eingestellt. Zunächst sind alle Kollegen gegen Elle und ihre "liebenwert naive" Art - doch nach und nach erobert sich Elle alle Herzen. Sie schafft es sogar zwei Politiker auf ihre Seite zu ziehen. Einmal die vertrocknete Kongressabgeordnete Libby Hauser (Dana Ivey) und den stock-konservativen, texanischen Kongressabgeordneten Stanford Marks (Bruce McGill). Libby Hauser gewinnt Elle für ihren Plan als sie beim Friseur entdeckt, dass beide derselben Studentinnen-Verbindung angehören. Der stock-konservative, texanische Kongressabgeordnete hat einen schwulen Rottweiler, der es im Hundesalon mit Bruiser treibt (Elles Hund). Nachdem Elle und Stanford festgestellt haben, dass ihre Hunde schwul sind, können sie auch gleich zusammenarbeiten. Später hat Stanford dann sein Coming Out als Schwuler. Elle jedoch muss sich erst gegen das Mobbing ihrer Kollegin Grace (Regina King) wehren und dann noch die fiese Kongressabgeordnete Victoria Rudd läutern, indem sie an Victorias Gewissen appelliert, ehe Elles Gesetzesentwurf endlich verabschiedet wird. Zum guten Schluss heiratet Elle dann endlich ihren Emmett.
"Natürlich Blond" stapelte schon tief, doch der zweite Teil stapelt noch tiefer. Nach dem Strickmuster des ersten Teils muss sich Elle in "Natürlich blond 2" wieder in einer neuen Umgebung bewehren, begegnet wieder einem Arbeitgeber, der nett scheint, sie aber reinlegen will. Elle löst wieder alle Probleme mit genauester Kenntnis von Kosmetik und Mode und ist zum Erbrechen nett. Der Film hofft offen aufs schwule Publikum, denn Elles Hund ist plötzlich schwul, ihr Sekretär ist schwul, der Kongressabgeordnete ist schwul und Schwule protestieren für Elle. Fraglich ob das ausreicht um die Gaycommunity ins Kino zu locken.
Die vereinfachten Dialoge, die unkompliziert banale Handlung, der jegliche Glaubwürdigkeit fehlt, das Fehlen von Biss oder ernst zu nehmender (Gesellschafts-)Kritik machen den Film zu einem belanglos dahinplätschernden Werk. Anders ausgedrückt: Wer mit Barbie-Puppen spielt, wird den Film wahrscheinlich toll finden. Wer nicht, oder nicht mehr, mit Barbie-Puppen spielt, wird sich fragen weshalb nicht Barbie selbst die Hauptrolle des Films spielt und sollte den Film meiden wie der Teufel das Weihwasser. Allein schon die Synchronstimme mit der sich Elle durch den deutschen Film "Natürlich blond" zwitschert ist schlimm genug um an der Kinokasse den Eintritt zurückzuverlangen. Für das viele Pink im Film empfiehlt sich das mitführen einer Sonnenbrille.
Thomas Maiwald
Credits
Original Film-Titel: "Legally Blonde 2"
USA 2003
Laufzeit in Minuten ca.: 100
Kinostart / Filmstart: 24.07.2003
Regie: Charles Herman-Wurmfeld
Drehbuch: Kate Kondell
Schauspieler (Besetzung): Reese Witherspoon (Elle Woods), Sally Field (Kongressabgeordnete Victoria Rudd), Regina King (Grace Rossiter), Jennifer Coolidge (Paulette Parcelle), Bruce McGill (Stanford Marks), Dana Ivey (Libby Hauser), Mary Lynn Rajskub (Reena Gulani), Jessica Cauffiel (Margot), Alanna Ubach (Serena), J. Barton (Timothy McGinn), Stanley Anderson (Michael Blaine), Bruce Thomas (UPS-Kurier), Bob Newhart (Sid Post), Luke Wilson (Emmett Richmond), Ruth Williamson (Madeline Kroft), Jack McGee (Detective Finchley)