Kinofilm

Matrix Revolutions

Im zweiten Teil der Trilogie ("Reloaded") hatte Neo (Keanu Reeves) den Kampf gegen die Maschinen wieder aufgenommen. Zu Beginn des dritten Teils befindet er sich in einer Zwischenwelt, die zwischen der Stadt Zion und der Matrix existiert. Aus eigener Kraft kann sich Neo nicht aus der Zwangslage befreien. Was er nicht weiß, Trinity (Carrie-Anne Moss) und Morpheus (Laurence Fishburne) sind bereits auf dem Weg zum Orakel (Mary Alice) um sich Rat und Hilfe zu holen. Es gelingt ihnen in den "Club Hell" einzudringen und Neos Freilassung zu erpressen.

Wieder mit Trinity und Morpheus vereint, braucht Neo im Film "Matrix Revolutions" eine Auszeit um sich zu sammeln. Zeit genug für einen Verräter seinen nächsten Schritt zu wagen, denn etwas hat von Bane (Ian Bliss) Besitz ergriffen. Eine Macht, die Neo nur zu vertraut ist. Als die Besatzung des Hovercraft auf Niobe und ihre Crew stößt, fordert Neo eines der Schiffe. Er sieht nur einen einzigen Ausweg, er muss in die Maschinenstadt fliegen und sich dem Feind stellen. Zeitgleich kämpfen die letzten freien Menschen in Zion gegen die Maschinen, die sich in Richtung der unterirdischen Stadt bohren. Ihre letzte Hoffnung ist es, die Maschinen zurückzuschlagen. Derweil gerät das Computerprogramm "Agent Smith" vollends außer Kontrolle. Es erlangt die Fähigkeit von Menschen Besitz zu ergreifen und greift nach der Macht - der absoluten Macht. Wenn es nicht gestoppt wird, wird es die Menschenwelt und die Maschinenwelt vernichten. Also bleibt beiden Seiten nur ein Ausweg: gemeinsam gegen den gemeinsamen Feind anzutreten. Doch die Maschinen trauen den Menschen nicht.
Dennoch gelingt es Neo und Trinity im Film in die Stadt der Maschinen vorzudringen. Ein waghalsiger Flug, den Trinity mit ihrem Leben zahlen wird. Neo, der zwischenzeitlich erblindete, erlangt übermenschliche Kräfte. Er ist mittlerweile aurasichtig geworden und kann die Ausstrahlung der Maschinen sehen. Begeistert schwärmt er von dem vielen Licht, das die Maschinenstadt in Wahrheit ausstrahlt. Mit Einwilligung des "Deus ex machina" tritt Neo an um im alles entscheidenen Kampf gegen Agent Smith alles zu verlieren oder alles zu gewinnen.

Nachdem der Kampf zwischen Neo und den Maschinen in "Matrix" beendet schien, wurde der Kampf im zweiten Teil wieder aufgenommen und weitergeführt. Dabei erwies sich der zweite Teil der Trilogie als blutleer. Statt Philosophie gab es hauptsächlich Kämpfe. Eigentlich sollte der dritte und letzte Teil der Trilogie, plus die Animationsfilme, die ersehnte Auflösung bringen. Diese Erwartung wird nur zum Teil erfüllt. Im zweiten Teil der Trilogie erfuhren wir, das Orakel und Neo sind ebenfalls Computerprogramme. Im dritten Teil kommt ein neuer Wissensbaustein hinzu: Neo und Agent Smith ergeben eine mathematische Gleichung. Sie sind sozusagen die Gegenpole eines Ganzen. Im Endkampf des Films "Matrix Revolutions" wird diese mathematische Gleichung aufgelöst ...
Die philosophischen Ansätze sind noch magerer ausgefallen als im zweiten Teil. Philosophien erreichen die Tiefe von Sinnsprüchen auf Würfelzucker im Restaurant: "Liebe ist nur ein Wort", sinniert das Computerprogramm und will damit begründen, dass auch Programme lieben können. Agent Smith erkennt, dass alles lebende enden muss. Sein Fazit: "Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende". Gespräche reduzieren sich auf Worthülsen oder wage Andeutungen, haben kaum noch eine greifbare Aussage. Ein Kompliment klingt dann so:
Er: "Manche Dinge ändern sich nie." (Meint: Du bist eine unglaubliche Pilotin.)
Sie: "Manche Dinge ändern sich doch." (Meint: Ich weiß. Außerdem habe ich mich selbst übertroffen.)
Zum Teil werden die Dialoge im Kino-Film "Matrix Revolutions" unfreiwillig komisch. Die sterbende Trinity sagt zu Neo "ist schon gut", als der erblindete Held die Situation ertastet. Insgesamt ist die "Botschaft" des Films inhaltlich unbefriedigend.
Auffällig ist, Frauen nehmen starke Positionen ein. Zee und Charra tragen einen Gutteil dazu bei, dass die Wächter im Gate von Zion aufgehalten werden. Niobe ist die einzige Pilotin, die es schafft durch einen engen Versorgungskanal zu fliegen. Während ihres Flugmanövers wird der massige Morpheus zum Assistenten. Eine Weiterentwicklung der Charaktere findet kaum statt. Niobe wächst über sich hinaus indem sie durch den engen Kanal fliegt. Dort endet ihre Charakterisierung. Das Sonnenbrillen-Trio (Neo, Trinity und Morpheus) setzt die gewohnten Rollen fort (ähnlich wie Operndarsteller eine definierte Rolle ausfüllen). Monica Bellucci als Persephone macht sogar eine Rückentwicklung durch. Sie wird im dritten Teil auf die Rolle des Busenwunders degradiert. Weil die Schauspielerin Gloria Foster zwischenzeitlich verstarb, spielt jetzt Mary Alice das Orakel. "Matrix Revolutions" nimmt das für einen verquasten Wortwechsel zum Anlass. Glatter wäre es gewesen, das Orkal einfach das Orakel sein zu lassen und den Zuschauern die Neubesetzung mit dem Tod der Schauspielerin Gloria Foster zu erklären.
Die Spezialeffekte und die Action sind gelungen. Sie machen den Löwenanteil des Films aus, denn die meiste Zeit geht es um den Showdown in Zion. Auf die gefrorene Optik wurde weitgehend verzichtet (vielleicht weil zu viele Filme den "Look" bereits kopierten). Die Darsteller schießen natürlich wieder schneller als ihre Gegner, die allerhand Tricks beherrschen - wie zum Beispiel unter der Decke laufen. Neo und Agent Smith liefern sich den endgültigen Showdown, dem es nicht an unmotivierten Flugmanövern mangelt.
Die bestmögliche Betrachtungsweise ist, "Matrix Revolutions" als Actionkracher einzustufen. Dann schmerzt es nicht, dass Einzelschicksale sowie Charaktere auf Randerscheinungen reduziert werden - schließlich geht es in dieser Nacht ums Ganze!
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "The Matrix Revolutions"

USA 2003

Laufzeit ca. 129 Min.

Kinostart: 05.11.2003

Regie: Andy Wachowski, Larry Wachowski

Drehbuch: Andy Wachowski, Larry Wachowski

Schauspieler (Besetzung): Keanu Reeves (Neo), Laurence Fishburne (Morpheus), Carrie-Anne Moss (Trinity), Hugo Weaving (Agent Smith), Mary Alice (Das Orakel), Helmut Bakaitis (Der Architekt), Monica Bellucci (Persephone), Daniel Bernhardt (Agent Johnson), Ian Bliss (Bane), Essie Davis (Maggie), Nona M. Gaye (Zee als Nona Gaye), Lachy Hulme (Sparks), Christopher Kirby (Mauser), Peter Lamb (Colt), Nathaniel Lees (Mifune), Harry J. Lennix (Lock), Robert Mammone (AK), Matt McColm (Agent Thompson), Tharini Mudalair (Kamala), Robyn Nevin (Councillor Dillard), Sing Ngai (Seraph als Collin Chou), Genevieve O'Reilly (Officer Wirtz), Harold Perrineau Jr. (Link), Jada Pinkett Smith (Niobe), Adrian Rayment (Zwilling), Neil Rayment (Zwilling), David Roberts (Roland), Bruce Spence (Trainman), Gina Torres (Cas), Clayton Watson (The Kid), Bernard White (Rama-Kandra), Lambert Wilson (Merovingian), Anthony Wong (Ghost)

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