Kinofilm

Hellboy

Ein weiterer Comicheld erobert die Leinwände dieser Welt. Nach Superhelden mit übermenschlichen Fähigkeiten wie ("Spider-Man") beziehungsweise Helden, die auf Grund privater Rache zu Helden werden ("The Punisher") tritt jetzt ein Held der Arbeiterklasse an. Es ist ein ganz normaler Malocher - der aus der Hölle stammt.

1944 ist der Zweite Weltkrieg für die Nazis so gut wie verloren, doch sie holen zu einem letzten Schlag aus. Mithilfe des Schwarzmagiers Rasputin sollen Dimensionstore geöffnet werden. So gelänge das Böse auf die Erde und die finstere Herrschaft brächte den Sieg. In letzter Sekunde kann das Bureau for Paranormal Research and Defense, welches Roosevelt selbst ins Leben rief, das Schlimmste verhindern. Allerdings schlüpft kurz vor knapp ein kleiner Teufel durch den Dimensionsspalt. Professor Trevor Broom zieht das Geschöpf an Sohnesstatt auf. Fortan kämpft das gute Monster "Hellboy" gegen böse Monster. In der Jetztzeit ist er im Kino-Film zwar 60 Jahre alt, doch im massigen, unzerstörbaren Körper steckt immer noch ein Teenager. Nach wie vor bedarf er der Unterstützung seines Ziehvaters - der nicht zuletzt gegenüber dem FBI die Eskapaden seines Schützlings rechtfertigt. Die Tage des alten Mannes sind gezählt, weshalb er nach einer neuen Bezugsperson für seinen Adoptivsohn sucht. John Myers (Rupert Evans), frisch beim FBI, scheint der Richtige. Dem Neuen bleibt nicht viel Zeit sich mit den Kollegen wie dem "Mer-Man" Abe Sapien auseinander zu setzen, denn die Pflicht ruft. Nazis haben den Höllenhund Sammael erweckt. Damit nicht genug, holen sie auch Rasputin ins Leben zurück. Ihr Plan ist wahrhaft teuflisch und die wichtigste Spielfigur darin ist "Hellboy".

Kritik: Drehbuchautor und Regisseur Guillermo Del Toro war nach eigener Aussage richtiggehend süchtig nach den "Hellboy"-Comics. Trotzdem scheint er mit den zwei Aufgaben, Drehbuchschreiben plus Regie, überfordert gewesen zu sein. Die innovationsarme Handlung ist uninspiriert. Ihre Mischung aus Okkultismus, Lovestory und Fantasy Action überzeugt nur bedingt. Da kooperieren Nazis während des Zweiten Weltkriegs mit Rasputin (der bereits 1916 starb). Hitler selbst führte bis 1953 einen okkulten Krieg gegen die Amerikaner (die wie immer die Guten sind). Aktuell treiben ein untoter Nazi-Scherge, in dessen Adern Sand statt Blut rieselt sowie eine ultrablonde Nazi-Amazone ihr Unwesen. Das Böse stammt selbstredend aus Russland und der Zugang zur Unterwelt erfolgt durch Rasputins Gruft. Es ist müßig darüber zu streiten, ob die Henne oder das Ei zuerst da waren. Aber die meisten Film-Ideen hat man schon gesehen. Zudem kämpft die erste Hälfte des Streifens mehr gegen ihre Längen als gegen Monster.
Die Charaktere erhielten wenig Ausfeilung. Am besten überzeugt Ron Perlman als "Hellboy", den seine Mitstreiter nur H. B. nennen. Kleine Marotten machen ihn nicht nur menschlich, sondern sympathisch. Er isst massenhaft höllisch scharfes Chili, liebt Katzen und schleift seine Teufelshörner per Schwingschleifer ab. Mit der Liebe hapert es ein wenig (er pubertiert ja noch). Wobei nicht so ganz klar wird, was er und der Kollege an Liz eigentlich finden. Die Unausgefeiltheit ist symptomatisch für den Film: So bleiben H. B.s Mitstreiter, der Fisch-Mann, die Pyromanin und der Collegeboy, Randfiguren. Die wenig geschliffene Geschichte machen die Spezialeffekte nicht wett. Zum einen sind sie nicht auf dem Stand der Zeit. Zum anderen ist ein Monster, das sich zwar vermehrt, aber stets gleich aussieht, zu wenig für das angestrebte Kaliber.
Thomas Maiwald

Wertung: 50 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2004

Laufzeit ca. 122 Min.

Kino-Start: 16.9.2004

DVD-Start: 30.03.2004

UMD PSP DVD-Start: 01.09.2005

Regie: Guillermo del Toro

Drehbuch: Guillermo del Toro

Schauspieler (Besetzung): Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans, Karel Roden, Jeffrey Tambort, Doug Jones, Brian Steele, Ladislav Beran, Biddy Hodson, Corey Johnson, Kevin Trainor, Brian Caspe, James Babson, Stephen Fisher

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