Kinofilm

Renegades - Mission of Honor

Der Film ist ein Abenteuer nach klassischem Muster. In einem überfluteten Tal im ehemaligen Jugoslawien lagert Beutekunst in unermesslichem Wert auf dem Grund eines überfluteten Tals. Die soll an Land gebracht werden und einem guten Zweck dienen. Die Bergung übernehmen fünf amerikanische Soldaten. Das klingt nach einem handfesten Wagnis.

Kurz nach Ende des Bürgerkriegs in Jugoslawien sind US-Truppen vor Ort, um den Friedensprozess voranzutreiben. Fünf Navi-SEALs gelingt es einen Kriegsverbrecher zu entführen, wobei sie eine breite Schneise der Verwüstung ziehen und sich Petrovic (Clemens Schick) zum Feind machen, der auf Rache sinnt. Als erste Reaktion auf ihren Erfolg wird das Quintett vom Dienst suspendiert und hat Zeit der Dorfschönheit Lara (Sylvia Hoeks) unter die Arme zu greifen. Die weiß von einem alten Schatz, den die Nazis im Zweiten Weltkrieg beiseiteschaffen wollten. Mit der Beutekunst von damals will sie in der Gegenwart ihr vom Krieg zerstörtes Land wieder aufbauen. Der Haken an der Sache: Das vermutete Gold liegt in 40 Metern Tiefe am Grund eines Sees.

Kritik

Der Inhalt weckt Erwartungen, die der Film nicht erfüllt. Leider ist es so, dass bei  "Renegades - Mission of Honor" die einzelnen Versatzstücke nicht überzeugen. Es beginnt mit der viel zu langen Vorgeschichte, die im Zweiten Weltkrieg ihren Anfang nimmt. Der folgt die Überleitung zur Gegenwart, inklusive Vorstellung der Personen und ihrem Vorhaben. Ich kann die Zeit, die die ersten zwei Teile dauern nur schätzen. Ungefähr eine Stunde vergeht, bis die Recken endlich abtauchen. Was dann folgt ist kein Badespaß und trotzdem nicht packend. Weder beeindrucken die Tauchszenen, noch die wenigen Kämpfe, die durch ihre Kürze und die Blitzschnitte verlieren. Im Endeffekt gelingt es den Guten, die Beute zu heben und der böse Widersacher findet den verdienten Tod.
Eingestreut in Abenteuer und Action ist eine Liebesgeschichte, bei der keine Funken fliegen. Ebenso wenig zünden die eingestreuten kleinen Witze, die beispielsweise Admiral Levin reißt.

Die Darsteller vollbringen durch die Bank wenig, denn ihre Rollen sind Stereotype. Die markigen Soldaten, der knorrige und gleichzeitig herzensgute Admiral, die attraktive Einheimische und der Rachedurstige. Wendungen werden nicht gespielt, sondern treten ein. Also wird nicht viel gefragt, warum die Männer bei der Aktion mitmischen wollen. Anfangs wollen sie die Frau, dann das Gold. Zum guten Schluss sind sie Helden.
Die Dialoge sind überwiegend bescheiden, weil die einzeiligen Sätze keine Prägnanz haben.
Der Action fehlt es an Schlagkraft. Ein Panzer donnert durch eine Stadt und zieht eine Schneise der Verwüstung. Ein Luftkampf fällt mir auf, der an ein Computerspiel erinnert. Alles in allem ist die Action hakelig, bodenständig und wird nicht flüssig.

Der Geschichte mangelt es an frischen Ideen gleichermaßen wie an der Ausarbeitung. Sie ist eher hausbacken als klassisch; schlägt einen Bogen vom Zweiten Weltkrieg, für den die Franzosen symbolisch entschädigt werden, indem sie Beutekunst zurückbekommen, bis zu den Balkankonflikten der 1990-er Jahre. Und sie gedenkt dem 11.09. Dazu kommen kurz brennende Zwillingstürme ins Bild, die kleiner sind als das World Trade Center, aber eine unübersehbare Anspielung.

Die Logik hält keiner Betrachtung stand. Das Dorf, das später überflutet ist, liegt in einem Tal, hinter einem Staudamm. Dessen Sprengung setzt Wassermassen frei, die nicht abfließen, sondern das Tal unter Wasser setzen. Das bedingt, dass ein weiteres Hindernis das Abfließen des Wassers verhindert. Doch wer würde in einem Tal zwei Hindernisse errichten? Der Zugang wäre dann nur noch über die Felswände oder aus der Luft möglich.
Um unter Wasser besser arbeiten zu können, schaffen die Taucher eine improvisierte Taucherglocke, die unter dem Dach eines Kirchturms entsteht. Dabei verwundert zunächst, dass der Kirchturm und sein Dach luftdicht sind. Später beginnt das Mauerwerk zu bröckeln und die Helden wollen es abstützen. Klingt gut. Doch wie will man das bewerkstelligen? Um eine Stütze zu konstruieren, braucht es festen Grund. Die Helden arbeiten entweder auf einer Art Floß, das bei der Anbringung von Stützbalken unter Wasser gedrückt würde. Oder sie haben vom Boden der Kirche bis zur Spitze ein Gerüst gebaut, das nun zum Großteil unter Wasser steht. Wobei der Zuschauer den Aufbau des Gerüsts zu sehen bekommt.

Keiner der Heroen macht sich Film Gedanken über die Frage, wie man 10 Tonnen Gold nach den USA transportieren kann. Oder es anderweitig zu Geld machen. Man kann ja schlecht mit der Menge Gold zur Bank schlendern. Gegen Filmende hat der Admiral die stolze Summe von rund 150 Millionen US-Dollar verschoben. Er verteilt an die Helden und die Heldin Schecks. Und damit Beweise, dass das Geld auf einem Konto liegt, über das er verfügt. Auch wenn der Effekt nett gedacht ist, würde niemand so handeln, weil er selbst den Beweis der Unterschlagung liefert.

Fazit
Dem Film "Renegades - Mission of Honor" fehlt der packende Moment und der Gesamteindruck ist unstimmig.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %

Original Filmtitel: Renegades
Land: Deutschland • Frankreich
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 106
Genre: Abenteuer • Action • Helden • Krieg • Krimi • Romantik
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 28.06.2018
Regie: Steven Quale
Drehbuch: Richard Wenk • Luc Besson

Schauspieler: J. K. Simmons (Levin) • Sullivan Stapleton (Matt Barnes) • Charlie Bewley (Stanton Baker) • Sylvia Hoeks (Lara Simic) • Joshua Henry (Ben Moran) • Diarmaid Murtagh (Kurt Duffy) • Dimitri Leonidas (Jack Porter) • Clemens Schick (Petrovic) • Ewen Bremner (Jim Rainey) • Peter Davor (General Milic) • Mahamadou Coulibaly (Detroit Turner) • Alain Blazevic (Boris) • Karim Cherif (Milenko) • Denis Brizic (Kurjak )

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