Kinofilm

Transformers: The last Knight

Eines muss man Hollywood lassen, sie haben den Mut Geschichten in einer Weise zu erzählen, die die bisherige Darstellung klassischer Sagen oder der Geschichte in ein gänzlich neues Licht stellt. Im aktuellen Fall betrifft es die Artus-Sage. Dementsprechend beginnt "Transformers The Last Knight" mit einer mittelalterlichen Schlacht auf dem Boden Großbritanniens.

Dort kämpfen König Artus und seine Recken gegen den Feind. Und auch Merlin ist indirekt am Kampf beteiligt indem er das Bindeglied zu den Transformers darstellt. Er bekommt von Optimus Prime einen mächtigen Stab, der den Ausgang der Schlacht entscheiden soll. Dieser Stab, der ausdrücklich nicht Excalibur heißt, bildet einen Teil der Brücke zwischen der Geschichte und der Jetztzeit.

Optimus Prime ist schwer angeschlagen und hat die Erde verlassen. Er ist auf der Suche nach seinem Schöpfer. Derweil kommen die Menschen auf der Erde mehr schlecht als recht mit den noch verbliebenen Transformers aus. Einige Erdlinge haben Freundschaft mit ihnen geschlossen wie etwa der Brite Sir Edmund Burton (Anthony Hopkins), der auf der Suche nach der Lösung für ein uraltes Rätsel ist. Dabei könnte ihn die Professorin Vivian Wembley (Laura Haddock) unterstützen, die der heroischen Darstellung der britischen Geschichte skeptisch gegenübersteht und nichts von der ihr zugedachten Rolle ahnt. Ebenso wie der Amerikaner Cade Yeager (Mark Wahlberg), der in den Besitz eines uralten Talismans gelangt. Dieses Artefakt ist der Schlüssel zum Ganzen und wird von den Guten wie auch von den Bösen gesucht. Der Film führt so Briten und Amerikaner zusammen, die zunächst nicht ohne Reibung miteinander arbeiten. Es folgen kleine und gewaltige Scharmützel, bis am Ende das Gute siegt.

Kritik

Mir gefällt "Transformers The Last Knight" - obwohl ich kein reinrassiger Actionfan und kein klassischer Mann bin. Der Film bietet das, was ich von einem Film der Reihe erwarte. Selbstverständlich ist es kein Kinofilm mit unergründlicher Tiefe und brillantem Schauspiel. Es ist - wie es nicht anders zu erwarten steht - ein reiner Schauwert. Die Charaktere und damit die Darsteller treten zugunsten der Geschichte in den Hintergrund. Wieder einmal geht es nicht nur um die Rettung eines Einzelnen, sondern um den Heimatplaneten Erde. Dessen Ende rückt lange Zeit bedrohlich nahe, um dann mit vereinten Kräften vereitelt zu werden. Diese Idee ist nicht neu sondern neu inszeniert.

Michael Bay, der Regie führt, ist nicht für eine zarte Handschrift bekannt. Unter seiner Führung knallt und kracht es fast pausenlos. Die Helden und Heldinnen hetzen atemlos und mit ihnen der Zuschauer. Alle paar Minuten gibt es im Film eine kurze Verschnaufpause und dann geht das visuelle Überangebot weiter. Das ist in manchen Szenen zu viel des Guten. Etwa dann, wenn zusätzlich zur Kernhandlung kleine Robotertiere durch die Gegend fliegen. Es macht ein Tyrannosaurus, der liebend gerne Autos frisst, nicht zwangsläufig Sinn aber dafür ergibt er einen tollen Effekt. Und dem ordnet Bay die Inhalte des Films unter. Das weiß man, wenn man in den Film geht. Ein Kollege, der ebenfalls die Vorführung besucht, sagt nach dem Film, er sei regelrecht zusammengestaucht von dem Bombast. Diese Argumentation kann ich verstehen. Doch das ist, was ich von Michael Bay erwarte.

Von den Darstellern überrascht mich Anthony Hopkins. In den letzten Jahren habe ich den Schauspieler in vielen Filmen lustlos gesehen. In diesem Film läuft er zwar nicht zu Höchstleistungen auf, aber er gibt sich wieder Mühe. Die restlichen Darsteller sind eher Rollen als Charaktere. Mark Wahlberg etwa fällt durch seine seltsame Frisur auf, die zwischen halbstark und "Star Wars" siedelt. Laura Haddock macht in ihren hautengen Kleidern eine gute Figur.

Zu den Schwächen von "Transformers The Last Knight" zählt für mich die Lauflänge von 151 Minuten. Obwohl der Spannungsbogen die gesamte Zeit abdeckt, steht die Frage im Raum, ob die eine oder andere Szene nicht wegfallen könnte? Zudem überzeugen nicht alle Handlungsstränge. So bekommt die Liebelei zwischen Haddock und Wahlberg zu wenig Raum und bleibt unmotiviert. Und die gegen Filmende zelebrierte Familienzusammenführung dient in erster Linie der Moral; wobei das Schlussplädoyer zum Schmunzeln anregt.

Der 3D-Effekt ist im Vergleich mit anderen Filmen zurückgenommen. Es gibt eine moderate Anzahl an Szenen, in denen etwas in Richtung Zuschauer fliegt. Insgesamt sorgt 3D für ein schön plastisches Bild. Ansonsten fällt auf, dass Michael Bay wohl gerne ins Kino geht und schaut, wie andere Regisseure ihre Filme inszenieren. Das fällt nicht so stark aus wie in früheren Filmen und geht für mich in Ordnung. Dies nur als Randbemerkung.

Fazit
"Transformers The Last Knight" mixt klassische Motive zu einem Spektakel, das seine volle Wucht am besten im Kino entfaltet; eine große Leinwand ist ein Muss und bequeme Sitze sind anzuraten angesichts der Lauflänge.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %

Land: USA
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 151
Genre: 3D • Abenteuer • Action • Science-Fiction
Verleih: Paramount Pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 22.06.2017

Regie: Michael Bay
Drehbuch: Art Marcum • Matt Holloway • Ken Nolan • Akiva Goldsman

Schauspieler: Mark Wahlberg (Cade Yeager) • Laura Haddock (Vivian Wembley) • Gemma Chan (Quintessa) • Isabela Moner (Izabella) • Anthony Hopkins (Sir Edmund Burton) • Josh Duhamel (Lt. Colonel William Lennox) • Stanley Tucci (Joshua Joyce) • Sophia Myles (Darcy) • John Turturro (Agent Simmons) • Santiago Cabrera (Santos) • Gil Birmingham (Sherman) • Mitch Pileggi • Jerrod Carmichael (Jimmy) • Mark Ryan (Special Forces) • Liam Garrigan (King Arthur) • Benjamin Flores Jr. • Honey Holmes (Forscherin)

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