Kinofilm

T2 Trainspotting

Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit um erwachsen zu werden und aus dem Quark zu kommen - oder auch nicht. 20 Jahre nach dem ersten Teil kommt die Fortsetzung, in der die Hauptdarsteller gealtert sind. Mark (Ewan McGregor) kehrt nach Edinburgh zurück und reist mit seiner Rückkehr alte Wunden wieder auf, denn vor 2 Jahrzehnten hatte er seine Kumpel um je 4.000 britische Pfund betrogen. Nur Spud (Ewen Bremner) zahlte er damals den Anteil aus.

Aktuell möchte er die Schuld bei Simon (Jonny Lee Miller) begleichen, doch der versetzt ihm zur Begrüßung eine Tracht Prügel. Auch Spud ist anfangs von Marks Rückkehr wenig begeistert. Erst als der ihm hilft vom Heroin loszukommen, bessert sich das Verhältnis. Begbie (Robert Carlyle) ist voll Hass. Er verbüßt seit damals eine Gefängnisstrafe und kann aus der Haft entkommen. Als er erfährt, dass Mark wieder in Schottland ist, will er Rache.

Kritik

Vorwissen sollte der Zuschauer bei "T2 Trainspotting" mitbringen, denn die Handlung ist nicht selbsterklärend, trotz der verbalen und filmischen Rückblenden. Was sich abrollt ist ein eigenwilliger Spielfilm, der im weitesten Sinn Themen von Freundschaft behandelt vermengt mit Rache und einer guten Portion Nostalgie.
Handwerklich ist der Film sauber umgesetzt; zeigt jedoch keine Innovationen. Auffällig ist die klare Konzentration auf die Figuren. Was beim Zuschauer voraussetzt, dass er einen engen Fokus schätzt, der mit einer eigenwilligen Handschrift kombiniert ist. Beziehungsweise Freude über das Wiedersehen mit den Personen des Films empfindet. Davon abgesehen fällt der starke schottische Dialekt auf, der teils gewollt klingt. Die Einbindung von Musik der 1980. Jahre gelingt nicht immer gut. Wenn zu der Szene im Parkhaus "Frankie Goes to Hollywood" ihre Hymne "Relax" schmettern, dann wirft es die Frage auf, in welcher Beziehung die Handlung mit dem homosexuellen Liedinhalt steht? Szenisch endet hier das Wettrennen zwischen Mark und Begbie, das einen seltsamen Beigeschmack hat. Begbie ist noch frisch verwundet und kann trotzdem fast genauso schnell und ausdauernd laufen wie der durchtrainierte Mark? Das ist ebenso verwunderlich wie der Umstand, dass der aus dem Knast geflohene Begbie bei seiner Frau Unterschlupf findet und die Polizei ihn dort nicht sucht. Diese und weitere Ungereimtheiten kreide ich dem Film nicht an, weil die Schwerpunkte anders liegen als auf strenger Logik.

Ich frage mich allerdings, worin die Unversöhntheit wurzelt? Und weshalb nach zwanzig Jahren noch kein Gras über die alten Geschichten gewachsen ist? Der sparsam eingesetzte Humor ist (wie die Handlung auch) britisch und stellenweise bemüht. So ist der Witz mit dem Viagra abgestanden. Zudem fällt auf, dass die Schauspieler etwas gemütlich auftreten. Das passt zu den Rollen im fortgeschrittenen Alter und der thematisierten Orientierungslosigkeit. Lässt jedoch auch den Wunsch nach mehr Esprit wach werden.

Fazit
"T2 Trainspotting" ist ein eigenwilliges Werk und will eines sein. Die Handlung ist mit Absicht nicht leicht zugänglich und präsentiert die Story ohne Stilbrüche. Ob und wie gut sie die Geschichte des ersten Teils fortsetzt kann ich nicht einschätzen. Auf mich springt der Begeisterungsfunke nicht über. Den ersten Film habe ich vor Jahren gesehen und müsste ihn noch einmal anschauen, um besser Anschluss an den aktuellen Film zu finden. Doch dazu motiviert mich "T2 Trainspotting" nicht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60%

Land: Großbritannien
Jahr: 2016
Laufzeit ca.: 117
Genre: Spielfilm
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 16.02.2017

Regie: Danny Boyle
Drehbuch: John Hodge

Schauspieler: Ewan McGregor (Mark) • Robert Carlyle (Begbie) • Ewen Bremner (Spud) • Jonny Lee Miller (Simon) • Shirley Henderson (Gail) • Steven Robertson (Stoddart) • John Kazek (Tom) • Scott Aitken (Farmer) • Gordon Kennedy (Tulloch) • Anjela Nedyalkova (Veronika) • Tereza Duskova (Promogirl) • Elek Kish (Dozo) • Lewis Gribben (Dealer) • Dominic Maccoll (Dealer) • Calum Verrecchia (Dealer)

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