Kinofilm

Jack und Jill - Kritik

Komödien von und mit Adam Sandler sind so eine Sache. Manchmal lustig, mal mäßig und manchmal der volle Griff ins Klo. "Jack und Jill" ist schon jetzt einer der Tiefpunkte des Kinojahres 2012.

Männer in Frauenkleidern ist seit langem ein beliebtes Thema in Fernseh- und Kinofilmen. Oftmals spielt ein Mann einen Mann, der in die Verkleidung einer Frau schlüpft, weil er damit etwas erreichen will. Dann kann die Komik in Verwechslungssituationen oder Ungeschick wurzeln. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass ein Mann eine Frauenrolle übernimmt. Positive Beispiele sind die Kinofilme von Monty Python oder es geht ins Auge wie etwa in "Die Girls von St. Trinian's". Bei Adam Sandler stehen grundsätzlich beide Möglichkeiten offen. Leider entschied sich der Schauspieler für die zweite Möglichkeit. Er spielt in "Jack und Jill" die Rolle zweieiiger Zwillinge.

Jack ist Ehemann und Vater, beruflich erfolgreich in der Werbebranche tätig. Seine Zwillingsschwester Jill ist ein psychisch labiler Single mit einem Talent zu Chaos und Vernichtung. Wo sie hintritt wächst kein Gras mehr und wo sie (verbal) zuschlägt, bleiben Wunden zurück. Und es ist ausgerechnet dieser herbe Charme, den sie seit der Kindheit in der Bronx ihr eigen nennt, der gleich zwei Männer anzieht. Der eine ist Felipe (Eugenio Derbez) der Gärtner der Familie, der andere ist Al Pacino (als er selbst). Dessen Begehren will Jack nutzen, um Pacino zu einem Werbespot zu überreden.

Der Humor des Films wurzelt in der Gegensätzlichkeit der Geschwister. Jack will nicht wahrhaben, dass er seiner Schwester ähnlich ist und schämt sich alle naselang für sie. Weiterhin kommt es zu peinlichen oder ungeschickten Szenen und viel Toilettenhumor. An ausgearbeitetem Humor mangelt es. Die Tatsache, dass Adam Sandler in hässliche Frauenkleidung schlüpft und eine billige Perücke trägt ist peinlich, aber nicht witzig. Das macht nichts, denn 99,x Prozent des Films sind es ebenfalls. In den wenigen lichten Momenten reißt Sandler einen Witz, den sein Assistent wiederholt - und dann wirft Sandler dem Assistenten Antisemitismus vor. Ein gelungener Mechanismus, denn wenn zwei das Gleiche sagen, ist es nicht dasselbe. Witzig finde ich auch die Filmstelle, in der Jill und Al Pacino darüber witzeln, dass Pacino nur einen Oscar gewonnen hat (den Jill zertrümmert). Eine andere handelt davon, dass Pacino während einer Theateraufführung - also vor Publikum - mit dem Handy telefoniert und so dem Publikum den Spiegel vorhält.
Die restliche Komik des Films stapelt tief. Ein Beispiel: Jack und Jill sitzen im Kino. Lachen an denselben Stellen, haben dieselbe Mimik, kratzen sich im selben Moment im Schritt, furzen im selben Augenblick. Während einer anderen Szene hört Jack zu wie Jill auf dem Klo furzt und rät dann, was es zu essen gab. Lustig was?

Angesichts des zielgruppenspezifischen Humors fallen die restlichen Missgriffe kaum ins Gewicht. So ist die Handlung äußerst sprunghaft. Die Geschichte als solche ein schlechter Witz; inklusive der moralischen Familienzusammenführung im Happy End. Und wenn Al Pacino in diesem Film versucht eine ernsthafte Rolle zu spielen, dann berührt das fast schon peinlich.

Fazit
Ich zitiere sinngemäß aus dem Film: "Verbrennen sie das. Das darf nie jemand sehen". Al Pacino über den Werbespot, der im Film gedreht wird.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 10 %

Credits

Original Film-Titel: Jack and Jill

Land: USA 2011

Laufzeit in Minuten ca.: 90

Kinostart / Filmstart: 26.01.2012

Regie: Dennis Dugan

Drehbuch: Adam Sandler, Steve Koren

Schauspieler (Besetzung): Adam Sandler, Katie Holmes, Al Pacino

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