Kinofilm

The Thing - Kritik

Im ewigen Eis der Antarktis hat etwas überdauert. Ein Etwas, das wir Menschen für tot hielten, doch es hat nur in Starre ausgehalten und auf seine Opfer gewartet. Und die findet es in der Gestalt von neugierigen Wissenschaftlern, die ihm einer nach dem anderen zum Opfer fallen. Die Fortsetzung eines Filmes aus dem Jahr 1982 fügt nicht ein weiteres Kapitel an, sondern erzählt was davor geschah.

Für die Paläontologin Kate Lloyd (Mary Elizabeth Winstead) ist die Herausforderung so groß wie verlockend. Sie darf an einer geheimen Expedition teilnehmen, die ins ewige Eis der Antarktis führen wird. Dort soll sie etwas bergen dürfen. Mehr weiß sie bei Reiseantritt nicht. Umso größer ist die Überraschung: Im ewigen Eis wurde der Körper eines Außerirdischen eingefroren. Doch so tot wie man glaubt ist das Ding nicht, denn kurz nach seiner Bergung wird es wieder lebendig - und stellt eine grauenvolle Wandlungsfähigkeit unter Beweis: Es ist in der Lage die Gestalt jeglicher Lebensform anzunehmen, die es zuvor gefressen hat.

Für die kleine Gruppe an Menschen, die sich in der Polarstation aufhalten beginnt damit ein Katz- und Mausspiel, denn wer ist noch Mensch und wer bereits ein Alien? Rein äußerlich sind echte und nachgeahmte Menschen kaum zu unterscheiden. Es folgt ein klassischer Abzählreim in weißer Wüste. Jeder könnte zwar jeden Moment mit dem Schneemobil entkommen - doch das verhindern die anderen. So fällt einer nach dem anderen dem Alien zum Opfer. Das sorgt für einen dauerhaften Spannungsbogen - auch wenn der Groschen bei den Wissenschaftlern manchmal erst spät fällt. Das ist genretypisch und der Zuschauer bekommt das Gefühl ein bisschen mehr zu wissen. So hatte ich den Gedanken mit dem Zahnersatz und dem Ohrring früher als die Darstellerin. Zugunsten des Spannungsbogens kann ich das jedoch annehmen.

Etwas schwerer zu akzeptieren ist der Einsatz des Flammenwerfers. Wer um alles in der Welt würde in einem Holzhaus mit einem Flammenwerfer auf seine Gegner zielen? Und warum brennt dann nicht im Nu die ganze Hütte ab, sondern immer nur ein Regal oder eine Wand? Selbst ein Großbrand im Labor bleibt auf das Labor beschränkt. In dieser Hinsicht steckt die Logik zugunsten des Effekts arg zurück. Ebenso hätte das Alien an den Ohrring denken können, denn wenn es schon in die Kleidung seiner Opfer schlüpft, sollte ihm dieser tödliche Fehler nicht unterlaufen ... Wenig zu meckern gibt es an den Leistungen der Darsteller. Durch die Bank sind die Rollen angemessen gespielt. Oscarreife Leistungen erwarte ich nicht und kreide niemandem an, dass er sie nicht abliefert.

Etwas eigenwillig wirken szenenweise die Computeranimationen. So nimmt das Alien doch sehr bizarre Gestalten an und erweckt den Anschein aus einem Egoshooter ausgebrochen zu sein. Wiederum gefallen können die Szenen, in denen es seine Überlebenstricks unter Beweis stellt - etwa dann, wenn es mit einer Axt zerhackt wird. Wie gut der Film dem Film aus dem Jahr 1982 vorgreift (im Original ebenfalls "The Thing" bei uns "Das Ding aus einer anderen Welt"), kann ich nicht beurteilen, da ich den Film nicht kenne.

Fazit

Der Kinofilm "The Thing" weißt die eine oder andere kleine Schwäche auf. So setzt er wenig auf die Enge der Polarstation und die Gruppendynamik die entsteht, wenn mehrere Menschen auf begrenztem Raum praktisch eingesperrt sind. Dann hapert es an der Logik und ab und an lässt die Spannung etwas nach. Alles in allem jedoch ein gut zu konsumierender Film.
Thomas Maiwald

Wertung: 60 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2011

Laufzeit in Minuten ca.: 103

Kinostart / Filmstart: 17.11.2011

Regie: Matthijs van Heijningen

Drehbuch: Eric Heisserer

Schauspieler (Besetzung): Mary Elizabeth Winstead, Joel Edgerton , Adewale Akinnuoye-Agbaje, Ulrich Thomsen , Eric Christian Olsen , Trond Espen Seim

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