Kinofilm

Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

The Lord of the Rings - The Return of the King

Der Film beginnt mit einem gespielten Witz. Die Hobbits Deagol und Smeagol beim Angeln. Deagol ist dem geangelten Fisch kräftemäßig unterlegen und wird ins Wasser gezogen. Auf dem Grund findet er einen goldenen Ring, der gleich darauf seine furchtbare Macht entfaltet: Wieder an Land entbrennt ein Streit um den Ring, denn beide Hobbits wollen den Ring besitzen. Im Kampf wird Smeagol Deagol erwürgen und den Ring an sich nehmen. Im Lauf der Zeit verfällt er, unter dem Einfluss des Rings, zu dem Wesen, das die Zuschauer bereits als Gollum kennen.

Nach dieser Rückblende setzt der Film "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" seine Erzählung in mehreren Handlungssträngen fort. Die Schlacht um Helms Klamm wurde im zweiten Teil der Trilogie beendet. Das Ende dieser Schlacht läutet den Anfang der Schlacht um Mittelerde ein. Die Gefährten kämpfen nach wie vor an verschiedenen Fronten. Aragorn (Viggo Mortensen), Legolas (Orlando Bloom) und Gimli (John Rhys-Davies) gemeinsam mit Theoden (Bernard Hill) in Rohan.
Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) halten sich in der Nähe von Sarumans Turm in Isengard auf. Eigentlich sollte der Turm von den Ents zerstört werden, doch die Szene wurde wegen Überlänge gestrichen. Es gibt nur ein kurzes Zwiegespräch zwischen Gandalf und dem Anführer der Ents. Man einigt sich darauf, Saruman in seinem Turm zu bewachen. Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) setzen ihre Wanderung nach Mordor fort, um den Ring im Schicksalsberg endgültig zu vernichten. Auf der Reise findet der neugierige Hobbit Pippin in "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" im Wasser eine schwarze Kugel. Gandalf nimmt ihm die Kugel zwar sofort weg, doch nachts lässt die Kugel Pippin keine Ruhe mehr. In Wahrheit ist die schwarze Kugel ein sehender Stein. Bei ihrer Berührung tritt Pippin in Kontakt mit Saurons Auge. Deshalb hält Sauron ihn für den Träger des Rings und Pippin ist in Isengard nicht mehr sicher. Doch es zieht noch eine weitere Gefahr auf. Die Stadt Minas Tirith wird wahrscheinlich der nächste Angriffspunkt für Saurons Streitmächte sein. Gandalf, und Pippin brechen darum nach Minas Tirith auf um Denethor, den Truchsess, zu warnen. Dessen Geist ist vernebelt: aus Trauer um seinen gestorbenen Sohn Boromir und aus Gier nach Macht. Sein Wahn wird Faramir später fast das Leben kosten, nachdem der dem Vater den geforderten Liebesbeweis brachte.
Aragorn muss sich im Kino-Film "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" endlich seiner Vergangenheit stellen. Er ist der rechtmäßige Erbe des Throns, den Denethor verwaltet und nicht mehr aufgeben will. Doch bis Aragorn bereit ist sein Erbe anzutreten, gilt es die Stadt zu verteidigen, die alsbald von Saurons finsterer Armee angegriffen wird. Nur durch den Beistand des Elbs Elrond, kann Aragorn die alles entscheidende Armee rekrutieren. Seit Tausenden von Jahren liegen in Bruchtal die Stücke des Schwertes Narsil, mit dem einst dem dunklen Herrscher die Hand abgeschnitten wurde. Jetzt schmiedet Elrond daraus ein neues Schwert und überbringt es Aragorn. Mit diesem Herrschaftszeichen gewappnet reitet er in die Weißen Berge von Dunharrow. Dort leben Wesen, die einst die Bergleute waren. Im Kampf gegen Sauron hatten sie ihren Pakt mit Isildur und den Menschen gebrochen, wofür Isildur sie verfluchte. Jetzt ist es Zeit den Fluch aufzulösen indem sie an der Seite von Aragorn in den Krieg gegen Sauron ziehen. So geschieht es, dass die lebenden Toten im Kampf um Minas Tirith das Zünglein an der Waage bilden.
Einen besonderen Auftritt legt Legolas in "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" während des Kampfes hin. Wie Spider-Man klettert und hüpft er an einem Mumakil, einer Art Kampfelefant, hinauf und besiegt - allein gegen alle - die gesamte Crew. Zwerg Gimli lässt das unbeeindruckt. "Das zählt aber nur einen!" kommentiert er trocken und liefert einen der besten Sprüche des Films. Heldenhaft agieren auch Eowyn (Miranda Otto) und Merry. Eowyn nimmt als Mann verkleidet an der Schlacht teil und gemeinsam mit Merry besiegen sie den gefürchteten Hexenkönig. Dieser Anführer der Nazgul wollte eigentlich Gandalf ans Leder, doch dazu kommt es nicht mehr. Den Tod von Eowyns Onkel, König Theoden von Rohan, können die zwei allerdings nur noch rächen - nicht verhindern.
Frodo und Sam sind währenddessen im Kino-Film "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" weiter in Richtung Mordor vorgedrungen. Gollum setzt alles daran zwischen die Hobbits einen Keil zu treiben. Sein finsterer Plan, er will Frodo in die Höhle der riesigen Spinne Kankra locken. Die Spinne soll die Drecksarbeit erledigen - sprich Frodo aussaugen - damit Gollum endlich wieder an den Ring kommt. Gollums Plan gelingt nur fast. Er schafft es Frodo und Sam zu entzweien. Doch Sam eilt Frodo im letzten Moment zu Hilfe. Fast zu spät wie es scheint, denn die Spinne Kankra hat Frodo vergiftet und eingewickelt. Doch noch ehe Sam begreift, was vor sich geht, wird der bewusstlose Frodo von Orks verschleppt. Nun ist es an Sam Frodo aus den Klauen der Orks zu befreien. Doch selbst wenn es ihm gelingen sollte, trennen die zwei Hobbits und den Schicksalsberg Zehntausende Orks.

Die Schlacht um Minas Thirit, die auf den Feldern von Pelennor stattfindet, ist die alles entscheidende Schlacht. Dementsprechend nimmt die Darstellung der Schlacht einen Löwenanteil des Filmes ein. Entweder die Allianz wird siegen oder Sauron gewinnt die Oberhand.
Wie auch in Teil I ("Die Gefährten") und Teil II ("Die zwei Türme") sind die Schauspieler inszeniert wie in einer Oper. Man weiß, wer welche Rolle verkörpert; das Gewicht liegt weniger auf schauspielerischem Ausdruck als vielmehr auf der bildhaften Darstellung. Dazu passen auch die Dialoge, die sehr sparsam ausfallen. Das kommt dem Film "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" durchaus zugute, denn die Qualität des gesprochenen Wortes kann mit der Bildgewalt nicht mithalten. Wieder werden hauptsächlich leere Worthülsen getauscht oder jemand fasst in einem Satz zusammen was geplant ist beziehungsweise was gerade geschieht. Da wirken die Szenen in denen die Schauspieler zwar den Mund bewegen, man aber nicht hört was sie sagen, oftmals stärker als die Szenen in denen sie sprechen. Männer sind in erster Linie ruhmreich und Frauen lieblich. Wie das Gute weiß ist und das Böse schwarz.
Laut Aussage von Regisseur Peter Jackson liegt bei "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" das Gewicht auf der Entwicklung der Charaktere. Aragorn muss sich seinem Erbe stellen. Denethor und Faramir kämpfen ein klassisches Vater-Sohn-Drama aus. Im Film treten die inneren Konflikte der Figuren nicht ganz so deutlich zu Tage. Auffällig ist die neue Gewichtung der Darsteller. Zwerg Gimli zum Beispiel wird auf eine Nebenrolle reduziert. Die Zerstörung von Sarumans Turm fiel gänzlich der Schere zum Opfer. Ebenso spielt die Liebesgeschichte zwischen Aragorn und Arwen nur am Rande eine Rolle.
Gandalf wiederum rückt deutlich in den Mittelpunkt des Geschehens von "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs". Er eilt als taktierender General an die Front, gibt Befehle, motiviert verzweifelte Kämpfer und schlägt sogar Denethor nieder (zum Wohle aller versteht sich). Was ich mich bereits beim Sehen des Films fragte: Weshalb ist Gandalf ein Zauberer, wenn er so gut wie nie zaubert? Er wirkt im dritten Teil nur einen Schutzzauber. Im Nahkampf nutzt er das Schwert und den Zauberstab als Kampfstab.
In der gewaltigen Schlacht setzt der Film derartig rasante Schnitte ein, dass man sich fragt, ob der Film Angst hat Langeweile aufkommen zu lassen? Das wäre weitgefehlt, denn trotz der Länge von 200 Minuten hält der Film den Spannungsbogen fast bis zum Ende. Zum Teil sollen die schnellen Schnitte natürlich von Trickaufnahmen ablenken. Zum Großteil ist das sehr gut gelungen. Man ahnt zwar, dass die Szene nicht real gefilmt wurde, doch ist der Trick auffällig selten als Trick zu sehen. Eigenwillig ist das Ende, das kein Ende findet. Es ist doppelt gemoppelt doppelt gemoppelt. Regisseur Peter Jackson wollte die Geschichte eines jeden Helden bis zum Ende erzählen. Trotzdem bleibt das Ende von Frodo und Gandalf offen. Sie brechen mit den Elben auf - doch wohin? Ein halbes Dutzend Mal dachte ich, der Film sei zu Ende, doch dann ging es noch mal weiter und noch mal. Die Endsequenzen allerdings sind derartig kitschig und seicht ausgefallen, dass man sich fragt, warum nicht das Ende gekürzt wurde und dafür die Zerstörung von Sarumans Turm gezeigt wird?
Auch Frodo könnte sich im Schicksalsberg ein wenig schneller überwinden den Ring endgültig in die Lava zu werfen anstatt sich ein filmisches Denkmal zu setzen. Was die inneren Konflikte Frodos aufzeigen soll (er kämpft gegen die immer stärker werdende Macht des Rings) wirkt wie eine Zerdehnung einer eigentlich kurzen Szene. Auf DVD wird es wahrscheinlich eine anders geschnittene längere Fassung des dritten Teils geben. Und wen würde es wundern, käme diese Longversion alsbald in die Kinos?

Fazit
"Mythen sterben wie Religionen, wenn sie nicht immer wieder aufbereitet und an die jeweilige Zeit angepasst werden", sagt Viggo Mortensen (Aragorn). Treffender könnte man das Geheimnis der Faszination dieser Film-Trilogie fast nicht beschreiben. Zeitlose Themen wie Freundschaft, Treue und Verrat, Liebe und Hass, der ewige Kampf Gut gegen Böse. Verkörpert von Archetypen in denen wir Zuschauer uns wieder finden oder uns hineinträumen können.
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "The Lord of the Rings - The Return of the King"

USA / Neuseeland 2003

Laufzeit ca. 200 Min.

Kinostart / Filmstart: 17.12.2003

Regie: Peter Jackson

Drehbuch: Fran Walsh, Phillipa Boyens, Peter Jackson

Schauspieler (Besetzung):
Elijah Wood, Figur: Frodo Beutlin, Kultur: Hobbit
lan McKellen, Figur: Gandalf, Kultur: Zauberer
Liv Tyler, Figur: Arwen, Kultur: Elbin
Viggo Mortensen, Figur: Aragorn, genannt "der Streicher", Kultur: Mensch
Sean Astin, Figur: Sam oder Samweis Gamdschie, Kultur: Hobbit
Cate Blanchett, Figur: Galadriel, Kultur: Elbin
John Rhys-Davis, Figur: Gimli, Kultur: Zwerg
Bernard Hill, Figur: König Theoden von Rohan, Kultur: Mensch
Billy Boyd, Figur: Pippin oder Peregrin Tuk, Kultur: Hobbit
Dominic Monaghan, Figur: Merry oder Meriadoc Brandybock, Kultur: Hobbit
Orlando Bloom, Figur: Legolas, Kultur: Elb
Hugo Weaving, Figur: Elrond, Kultur: Elb
Miranda Otto, Figur: Eowyn aus Rohan, Kultur: Mensch
David Wenham, Figur: Faramir, Kultur: Mensch, aus Gondor
Karl Urban, Figur: Eomer, Kultur: Mensch, aus Rohan
John Noble, Figur: Denethor, Kultur: Mensch
Andy Serkis, Figur: Gollum/Smeagol, Kultur: Hobbit-Wesen vom Stamm der Starren
Ian Holm, Figur: Bilbo Beutlin, Kultur: Hobbit
Sean Bean, Figur: Boromir, Kultur: Mensch

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